Warum ein HDK als Camper fahren?

Diskutiere Warum ein HDK als Camper fahren? im Umfragen Forum im Bereich ---> Community; Hallo, mich interessiert warum fahrt ihr einen Hochdachkombi als Camper? Bei mir ist es so dass ich eigentlich einen 6m Kastenwagen zum Campen...

  1. racky

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    Hallo,

    mich interessiert warum fahrt ihr einen Hochdachkombi als Camper?

    Bei mir ist es so dass ich eigentlich einen 6m Kastenwagen zum Campen habe. Die schlechten Erfahrungen seit Corona haben mich aber überzeugt mir eine Alternative zu kaufen die von außen nicht als Camper zu erkennen ist und meinen Pkw ersetzt.
    Außerdem gibt es schöne Plätze die mit dem Großen nicht erreichbar sind. Diese 2m Schranken sind schrecklich.
    Selbst wenn ich nicht übernachten will sind diese Orte somit unerreichbar. Meist schöne Badeseen an denen man sich auch mal den ganzen Tag aufhalten will.
    Der alte Verso, den ich früher mit einfacher Luftmatratze nutzte habe ich vor 2 Jahren meiner Tochter überlassen.
    Da hat der TÜV jetzt aber im Juni die Scheidung eingereicht und so hab ich ihr einen gebrauchten Caddy Maxi Beach gekauft den ich nächsten Juni, wenn sie kein Auto mehr braucht übernehmen werde.
    Sie hat damit heuer einen 2 Wochen Roadtrip durch Norwegen gemacht und ich hoffe sie hat sich mit dem Campingvirus infiziert.

    Ich wohne bei Passau und meine Tochter studiert in Berlin. Die Beach Einrichtung ist nichts für mich und deswegen wird nächsten Sommer umgebaut. Sie wollte halt ein Auto in dem mindesten 4 Personen fahren dürfen um ihre Freunde mitnehmen zu können.
    Mir reicht zur Not ein 2sitzer. Auf jeden Fall muss der Caddy weiterhin als Pkw zugelassen bleiben. Alles etwas konfus bei mir, aber so ist es halt.

    So nun kennt ihr meine Gründe. Wie schaut es bei euch aus?

    Freue mich darauf zu erfahren wie es bei euch so ist.

    Gert
     
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  2. #2 hal23562, 25.09.2020
    hal23562

    hal23562 Mitglied

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    Interessantes Thema!
    Ich war lange Jahre mit Zelt und Tarp unterwegs, also eher minimalistisch und ich habe es genossen. Doch jetzt werde ich bald 70 und ich denke, der Wunsch nach etwas mehr Komfort ist nachvollziehbar.
    Warum aber ein HDK? Ich reise nur noch solo und so suchte ich etwas für mich passendes. Unauffällig sollte es sein, klein und wendig und einen Mehrfachnutzen haben. Ein kleines Womo schied aus, denn selbst kleine gebrauchte sind mir noch zu groß und zu auffällig. Zudem binden sie viel Kapital und sind als Alltagsfahrzeug nicht sinnvoll - ebenso, wie ein Kastenwagen. Und auch hier gilt, "Je mehr Dinge du besitzt, desso mehr Dinge besitzen dich!". Meint in diesem Falle, je größer der Camper, desso mehr Aufmerksamkeit und Arbeit verlangt er. Mein HDK-Mini-Camper verlangt fast nichts und ist daher ideal für mich. Ich bin nämlich bekennend faul und bequem.
    MIt meinem HDK ist das alles kein Problem - ich kann nur nicht innen drin stehen, aber das ist für mich unwichtig. Dafür stehe ich mit dem Auto unauffällig an Orten, wo ich mit einem Womo oder Kasten Bedenken hätte. Weite und lange Reisen sind mit meinem Ausbau kein Problem, ebenso dank Tarp, Stühle, Tisch und Hängematte ein längerer C-Platz Aufenthalt. Für mich als Solo-Reisenden das ideale, komfortable, flinke, unauffällige Mini-Reisemobil.

    Gruß - HAL
     
  3. Jinn

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    Ich habe den Stadtindianer von Zooom und einen großen Kastenwagen-Van.
    Beide sind in unauffälligen Farben (grau/silbern und eisenblau/grau, und gegenüber der sogenannten "weisen Wahre" eher unaufällig.
    Bei längeren Touren mit dem Stadtindianer habe ich Tarp, Vor- und Heckzelt dabei.
    Beim Kasten ist alles ohnehin drin und dabei.

    Es hat beides seine Reize.
    Bei Kasten ist grundsätzlich mehr Komfort, und auch s e h r lange Touren (mehrmonatig) sind kein Problem. Genauso die Autarkie bei jeder Witterung.
    Leider ist es so inzwischen, dass sich viele Regionen gegen "die weise Pest" massiv wehren. Da hat natürlich der Kleine Vorteile - aber: Ich kenne auch Regionen, wo generell "campen im Fahrzeug" inzwischen verboten ist. Bekommt es die Polizei mit, werde ich weggeschickt.

    Mir geht es aber inzwischen altermäßig so, dass ich - allein mit Hund - auf die Bequemlichkeit und den Komfort des Kasten nicht mehr verzichten möchte.
    An reine Touristen-Hotspots bin ich eh nie unterwegs, und dort, wo ich unterwegs bin, hatte ich mit dem Großen noch nirgendwo Probleme.
     
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  4. Ann

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    Stimme 100 Prozent zu: Es kommt drauf an, was einem gerade wichtig ist. Wir haben deshalb schon oft gewechselt von VW-Bus mit Aufstelldach zu Oldie-Mini-Reise-Wohnwagen, selbstausgebauter Transporter, Kastenwagen, gerade passt der Evalia sehr gut.

    Vor dem Evalia hatten wir einen Kastenwagen zusätzlich zu sehr kleinem Stadt-PKW, weil ich oft in "Schlecht-Wetter-Regionen" fahre. Prinzipiell eine gute Kombi und so ein fix und fertig gepackter Bus vor der Tür ist toll. Mir kam es aber bald absurd vor, zwei Autos zu haben, die beide quasi nicht bewegt werden. So oft war ich im Berufsalltag nicht unterwegs und in der Stadt machen wir alles per Fahrrad.

    Der HDK ist für uns gerade die beste Lösung. Den Kasten vermisse ich trotzdem: Die Stehhöhe und die Bewegungsfreiheit innen bei Regen und Kälte - ohne Umbau am Tisch frühstücken, Kaffee kochen, ohne Umbau rumliegen und lesen. Im HDK bewege ich mich schon immer mit eingezogenem Kopf. Ich bin trotzdem froh, keinen Kastenwagen zu haben: einfach zu viel Auto, zu viel Wartung, Pflege etc. im Vergleich zur Zeit, die ich es nutzen würde. (Ach so: Mieten wollte ich keinen, fahre tausend Mal lieber mit dem eigenen Bett und schätze das "einsteigen, losfahren".)
     
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  5. #5 christiane59, 26.09.2020
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    Mein Minicamper ist mein Alltagsfahrzeug, aber innen ist alles für mich genau so komfortabel wie im großen Womo. Ich glaube von der Ausstattung, auch technisch, ist er besser aufgestellt als so mancher Kastenwagen. Ich komme überall hin, falle nirgends auf und habe jederzeit alles dabei, was ich brauche. Umräumen zum Schlafen oder Kochen ist nicht nötig, es geht alles innen. Und je nachdem, wie lange ich irgendwo bleiben möchte, ist alles dabei, um das Leben nach draußen zu verlagern - großes Aufenthaltszelt und auch die Einrichtung dafür.

    Außerdem, was ist schon schöner als jeden Tag sein Campingfahrzeug nutzen zu können :)
     
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  6. Jinn

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    Na ja, ist wohl Ansichtssache, was Komfort bedeutet.
    Mein Kleiner kommt jedenfalls technisch und komfortmäßig nicht mit dem Großen mit.
    Das Leben nach draußen verlagern, bei tagelangem strömendem Regen oder -15°C wollte ich jetzt nicht unbedingt.

    Aber ist alles individuell. Ich fahre inzwischen auf langen Touren nur noch den Großen, und demnächst dann auch noch mit 5 m Wohnanhänger. Man gönnt sich ja sonst nix :p
     
  7. #7 christiane59, 26.09.2020
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    Nunja, das Einzige was ich nicht kann ist aufrecht stehen. Aber ich kann nur an einem Platz gleichzeitig sitzen, und nur in einem Bett gleichzeitig schlafen. Strom, Licht, Musik, Netz, Heizung, fließendes Wasser, Toilette - alles da. Stören würde mich, wenn ich umräumen müsste, um das Eine oder das Andere zu tun. Das wollte ich schon im Wohnwagen nicht haben und habe deshalb diesem Zweck meinem gesamten Ausbau untergeordnet.

    Zu zweit würde es anders aussehen, dann hätte ich auch gern mehr Platz. Aber für mich allein ist mein Kistchen top. :)
     
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  8. Jinn

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    Wie geschrieben: Jeder kann mit dem, was er für sich möchte, glücklich werden.
    Geht hier ja nicht darum, "wer hat den Schönsten, Größten ..."

    Ich bin gerne mit meinem Geronimo unterwegs, aber ich gestehe, je älter ich werde, umso mehr weißt ich manchen Komfort zu schätzen, den er halt nicht bieten kann.
    Da ich aber mit beiden, klein und groß, schon viel unterwegs war, auch schon monatelang (Winter/Hochsommer), nahezu komplett autark, bin ich mir bei beiden bewusst, dass es eine sehr ... ich sag mal ... bescheidene Lebensweise ist, zu der man geschaffen sein muss.
    Da kommt ja auch noch der Punkt Zuladung/Gepäck usw. dazu. 1 Jahr unterwegs, da reichen dann 2 Paar Jeans nicht mehr aus 8)

    Mich freut es, wenn jeder mit dem Camper, den er/sie hat, glücklich ist!
     
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  9. #9 christiane59, 27.09.2020
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    Das kann ich alles nachvollziehen. Die minimalistische Lebensweise im Minicamper ist es bei mir gerade, was mich faszininiert. Ich wundere mich noch immer, dass ich unterwegs nichts vermisse :), und dass man auf so kleinem Raum komfortabel leben kann. Die Erfahrung einer sehr langen Reise damit fehlt mir allerdings noch.
     
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  10. Jinn

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    Mal ausprobieren!
    Da ändert sich dann die Sichtweise ;-)
    Ist ein Riesenunterschied, ob man "urlaubt" (kurzweilig), bewusst "mal" für (relativ) kurze Zeit minimiert - oder lange darin "lebt, wohnt, kocht, und ...".

    Und dann kommt es natürlich darauf an: Wo! Wann (Jahreszeit)!
     
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  11. #11 hal23562, 27.09.2020
    Zuletzt bearbeitet: 27.09.2020
    hal23562

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    Ich war in Europa und Skandinavien Wochen und Monate unterwegs, mit nichts als einem selbst genähten Rucksack von 8 - 10 kg auf dem Rücken oder ca. 20 kg in der Fahrradpacktaschen. Geschlafen hab ich meist im selbstgefertigten Zelt oder unter einem Tarp. Küche? Super einfach!
    Ich empfand es immer als irgendwie befreiend, keinen Ballast dabei zu haben, mich nicht um vieles kümmern zu müssen. Dank Zelt war ich weitgehend unabhängig und damit frei in der Gestaltung meiner Reisen. Und genau das erhoffe ich mir, nein, erwarte ich von meinem Mini-Camper. Am liebsten reise ich also mit ganz kleinem "Gepäck", da muss ich mich nicht viel kümmern und bin bei Bedarf schnell woanders.
    Wie schon in einem anderen Tröt erwähnt: "Besitzt du viele Dinge, besitzen viele Dinge dich!" Ich finde, da ist was dran.

    Gruß - HAL

    P.S. Wobei ich dann und wann gemütlich Kaffee in einem Womo trinken durchaus nicht verachte. ;-)
     
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  12. #12 hal23562, 27.09.2020
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    Was m.E. auch noch einen Riesenunterschied macht, ist, ob man allein oder zu zweit in so einer relativ kleinen Blechbüchse unterwegs ist (s. auch Christiane in #7).
    Ich war oft in kleinem Zelt mit einer guten Freundin unterwegs und das klappte meist gut. Doch irgendwann entschieden wir uns, jeder ein eigenes Zeltchen zu nutzen, einfach damit jeder einen eigenen Bereich hatte und nicht permanent Rücksicht nehmen musste. Das erwies sich als recht wohltuend und tat der Freundschaft keinen Abbruch.
    Merke: "Intensivhaltung" fördert Stress!

    Gruß - HAL
     
  13. Jinn

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    Guten Morgen Zusammen,

    die gehaltreiche Diskussion entwickelt sich sehr weit weg vom eigentlichen Thema "Warum ein HDK als Camper fahren?" - oder?
    Autos, Camper, egal ob groß oder klein, Lebensweise überhaupt - alles ist sehr individuelle.
    Und wenn ich mit meinem Leben, Urlaub, Auto ...usw. glücklich werden möchte, dann sollten all diese Bereiche individuell auf mich angepasst und zugeschnitten sein.
    Da gibt es kein "was ist besser", sondern nur ein "was ist gut und richtig für mich".

    Es gibt viele Faktoren, die für das Eine oder das Andere sprechen.
    Nicht zuletzt auch z. B. die finanziellen Ressourcen.

    Gerade in Christianes Thread kann man (wenn man will) erkennen, dass ein komfortables, praktisches, technisch ausgefuchste Mini-Campen möglich ist: Wenn man selbst über viel (ganz hervorragendem) Knowhow und das Talent verfügt, solche Dinge selbst umzusetzen. Ich schätze mal grob: Muss man all das in einer Werkstatt anfertigen lassen, dann kann man sich eigentlich fast schon einen richtig teuren großen Camper holen, und "so nebenbei" noch ein bisschen Mini-Campen - wenn man Lust und Laune dazu hat.

    Wenn die Intention beim "Campen" (Reisen, Touren) grundsätzlich das asketisch Leben (zumindest während des Urlaubs/der Tour) ist, warum nicht? Manche gehen dafür ins Kloster, andere mit dem Mini-Camper auf Tour.
    Wenn es darum geht, ein alltagstaugliches, vielseitiges, verwandelbares Auto zu fahren, dann ist ein HDK (Mini-Camper) schon aufgrund seiner Wendigkeit (und Sparsamkeit) jedem Wohnmobil vorzuziehen.
    Aber in diesem Wort "Wohn-Mobil" steckt ja auch "Wohnen" drin.
    Will ich also einigermaßen komfortabel "wohnen" - und trotzdem mobil sein, dann hat ein großes, geräumiges Mobil seine Vorteile.

    Meine Meinung dazu: Es gibt kein "richtig" oder "falsch" bei diesem Thema. Es gibt nur ein "passt es zu mir/für mich" - oder brauche ich "mehr".

    Die "Luxus-Variante" wäre dann, was ich bis vor Kurzem ursprünglich geplant hatte:
    Irgendwo (im sonnigen Süden) einen stationären Stützpunkt, wo der Große nebst geräumigen Anhänger steht (zum wohnen), und ich mit dem Kleinen Touren machen, oder ihn auch zum Einkaufen, etc. pp. benutzen kann.

    Und dann sind da noch die Faktoren Alter, Mitreisende, Wetter, Region, genereller Verwendungszweck ... usw. und so fort.

    Ist es nicht wunderschön, dass es so viele Möglichkeiten - für Jede-n - gibt? Man muss sie nur finden (und wie man u.a. bei Christiane sehen kann, etwas dafür tun wollen).

    Grüße
    Jinn
     
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  14. #14 christiane59, 27.09.2020
    Zuletzt bearbeitet: 27.09.2020
    christiane59

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    Eure Ansichten möchte ich alle genau so unterschreiben. An den Rucksack-Reisenden auf Weltreise habe ich auch oft gedacht, als ich meinen Ausbau plante und mich fragte, wieviel Stauraum ich eigentlich brauche, wenn andere mit ein paar Kilo auf dem Rücken teils jahrelang hinkommen, noch Zelt und Ausrüstung dabei haben und auch nichts vermissen. HAL ist mein Paradevorbild für diese Einstellung :). Die technische Ausstattung meines Autos mal außen vor, das ist ein Projekt und Hobby und "mal sehen was da noch geht". Möglich wäre es auch ohne.

    Erfahrung mit langen Reisen auf kleinem Raum habe ich übrigens doch, nur nicht in diesem Auto. Als junge Frau wurde mit dem Igluzelt mit Freund oder Freundin in den Urlaub gefahren, so lange das Geld reichte. In den 80er Jahren hatten wir 2 VW T2 Busse, die ja auch nicht viel größer waren als unsere Hochdachkombis heute. Mit einem davon und meinem damaligen Freund war ich für 2 Monate in Marokko. Eine Zweitbatterie hatten wir damals schon selbst eingebaut, aber nur für Licht und den Notfall, wenn die Starterbatterie unseres alten Kleppers ausfiele. Damals gab es ja noch keine sparsamen LEDs. Es war ein Westfalia-Bus mit Bett, Kühlschrank und Gasherd, so ähnlich wie sie heute auch noch sind. Und ein Portapotti :). Der Kühlschrank funktionierte halt nur wenn wir fuhren, und das taten wir täglich. Eigentlich wäre er nicht nötig gewesen. An Gepäck hatten wir kaum etwas mit, nur viel zu viele Konserven, denn überraschenderweise gab es dort auch Lebensmittel zu kaufen :D. Der Platz hat uns zu zweit und für die Katze, die unterwegs einstieg und mitfuhr immer gereicht. Wir hätten es auch noch Monate länger ausgehalten, aber irgendwann muss man zurück und wieder arbeiten.

    Danach kamen gut 30 Jahre mit Familie und Wohnwagen und vielen Hunden. Dann hat man natürlich viel mehr Platz, und Wohnwagen wie auch Wohnmobile haben eine Menge technischer Ausstattung, die angenehm und im kleinen Rahmen auch im Minicamper möglich sind. Aber meine Schränke waren nie voll, und Wohnwagen sind sperrig, man braucht zu Hause wie unterwegs einen Stellplatz, man kommt langsamer vorwärts, schnell mal irgendwo anhalten und ein paar Stunden unauffällig schlafen ist scchwierig. Die Flexibilität und Spontanität ist eingeschränkt, wenn auch größer als in Hotels oder Ferienwohnungen.

    All das führte zum Minicamper. Ich bin sicher, dass der auch für ein Paar monatelang ausreichen kann, ohne etwas zu vermissen, wenn man den Ausbau entsprechend plant und sich gut versteht. Ich kenne eine Menge Paare, die das schaffen. Für das Reisen mit befreundeten Personen wäre es mir zu eng. Dann habe ich lieber meinen eigenen Platz, sei er auch noch so klein.

    Aber Jinn hat Recht, die Jahreszeit und das Ziel spielen dabei eine große Rolle. Bei Reisen im warmen Wetter ist es leicht, das Leben überwiegend nach draußen zu verlagern oder ein Beistellzelt zu nutzen. Im Winter braucht man schon eine bessere Ausstattung und muss sich viel mehr überlegen, wie und wo man die Zeit verbringt. Oder alternative Möglichkeiten nutzen, wenn man trotzdem reisen will.
     
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  15. Ann

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    Unterschreibe ich sofort. Ich finde die Diskussion auch nicht off topic, weil sich ja viele Pros und Cons zeigen, die man individuell mögen kann oder nicht, aber die man vielleicht nicht auf dem Schirm hat, wenn man noch nie mit HDK gereist ist.

    Was bei uns ein Knackpunkt ist: Wenn man im Alltag öfter 3-4 Sitze benötigt, dann wird man fürs Campen im HDK einen gewissen Umbau einplanen müssen. Das ist in einem Kastenwagen anders. Ich bin ja Riesenfan von Deinem Ausbau, @christiane59, aber ginge bei uns so fest installiert gerade nicht wegen der Sitze und weil wir ab und zu auch zu zweit verreisen. Umklappen passt nicht zu unseren drehbaren Vordersitzen, deswegen lassen wir einen der 3. Reihe drin - der wird zum Campen ausgebaut. Das geht fix, muss man aber machen ... Naja, und die Stehhöhe hab ich ja schon erwähnt, die fehlt mir persönlich stark.
     
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  16. Jinn

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    Den Punkt habe ich echt vergessen :doof:
    Bei mir spielt das "Switchen" zwar kein große Rolle, weil ich Zeit habe, aber immerhin:
    Als ich jetzt Geronimo für meinen Sohn zum 5-Sitzer umbaute (Bett-Case und linker Schrank raus, rechter und die zwei linken Sitze rein), da waren schon 2 Stunden (mit Übung) notwendig. (Okay, ich geb's zu, ich mags langsam, gründlich und gemütlich :D, wäre auch in weniger als eine Stunde gegangen (allein))

    Andererseits können beim großen Kastenwagen max. 4 Personen mitfahren. (Außer man hat Sonderausstattung und noch einen 5. Notsitz.

    Ein großer Pluspunkt des Kleinen ist: Nicht jeder hat vor der Haustür den Platz (min. 6 Meter und 2, 50 Breite) um den großen Kasten abzustellen.

    Im Übrigen: Ich weiß es nicht genau, aber ich denke mal, bei den Wartungskosten schenken sich beide nichts (?)
     
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  17. Ann

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    Wüsste ich auch nicht genau, aber ich glaube, dass fast alle Kastenwagen-Besitzer ein zweites Alltagsauto haben. Also meist doppelte Wartungskosten haben. Wäre ein Pro-Argument für den HDK, weil der - wenn man das minimalistischere Campen mag - besser für beide Zwecke in einem Auto taugt. (Wobei man auch unterschiedlicher Meinung sein kann, ob man in der Stadt ein Auto braucht, aber das ist echt eine andere Diskussion :D.)
     
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  18. Jinn

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    Wohl wahr!
    Da wäre dann nämlich gleich die Frage: Braucht man überhaupt ... und ... sowieso ...:mrgreen:
    Ich bin da ehrlich: Ich könnte auch ohne - aber ich will nicht, solange ich es mir leisten kann, und es mir dabei gut geht. :p

    Ein Vorteil, der beim großen Kastenwagen für inzwischen von sehr hohem Wert ist: Der hervorragende Überblick (beim heutigen Verkehr), das gemütlich Cruisen, die überaus bequemen Sitze, unterwegs meine komfortable eigene Toilette, kurz mal anhalten, in der Küche einen Kaffee aufbrühen, und - wie ich es empfinde - die viel größere Gelassenheit, die sehr wahrscheinlich analog zur Größe zunimmt.

    Ich finde beide Varianten gut, groß und klein. Mit dem Großen war ich schon in unwirtlichen Regionen unterwegs, wo ich nie zuvor dachte, dass man mit so einem durchkommt. Hatte eigentlich nie Probleme damit. Mit dem Kleinen fand ich schon Lücken, wo ich dachte, das passt eh kein Auto mehr rein.
     
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  19. #19 Reisebig, 27.09.2020
    Reisebig

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    Meine Lebensplanung sieht ja im Moment so aus:
    1. aktuellen Connect fahren bis zum Vorruhestand ( noch 3 Jahre)
    2. in der Zeit einen zweiten gut gebrauchten Connect finden, Campinggedöns einbauen/umbauen und dann in drei Jahren nach Amiland 1 Jahr Rundreise mit dem Connect
    3. Nach Abschluß Connect abstossen und Campingkastenwagen kaufen (kein weiteres KFZ, alle Strecken innerstädtisch die kein KFZ verlangen werden auch heute schon mit dem e-Scooter erledigt)

    An diesem Beispiel kann man sehen das es nicht nur bei verschiedenen Personen verschiedene Ansätze gibt sondern schon eine Person verschiedene Lösungen für verschiedene Gelegenheiten haben kann.
     
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  20. #20 christiane59, 27.09.2020
    christiane59

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    Ich wohne in einem Ableger von einem Dorf mit wenig drumherum. Hier kommt man mit dem Taxi weg, das schon für die Anfahrt 25 € kostet, oder es nimmt einen jemand mit. In meinem Erwachsenenleben war ich so gut wie noch nie ohne Auto, habe nur kurz mal in einer Stadt gewohnt, aber das ist nicht meins. Radfahren ist auch nicht so einfach hier, denn mein Haus steht oben auf einem Berg, und bis ins nächste Städtchen geht es 300+ m runter auf 6 km. Anstatt einer Busverbindung gibt es hier Rehe, Hirsche, Schweine und Fasanen. Wölfe angeblich auch. Und schön ist es hier, der Rhein ist auch nur ein paar Minuten entfernt.

    Ohne Auto wäre es schon sehr schwer hier, auch wenn es für Lebensmittel diverse Lieferservices gibt und für den Rest das Netz. Bis jetzt kann ich es mir jedenfalls nicht vorstellen.
     
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