LiFePo4 zu teuer?

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  1. #1 hal23562, 04.09.2020
    Zuletzt bearbeitet: 04.09.2020
    hal23562

    hal23562 Mitglied

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    Ich habe gerade in einem anderen Tröt mal wieder die stoßseufzende Klage über den hohen Anschaffungspreis einer LiFePo4-Bordbatterie gelesen und mich gefragt, ob es wirklich so ist, dass die Dinger viel zu teuer sind und man aus wirtschaftlichen Gründen lieber die Finger davon lassen sollte.

    Eine LiFePo4 ist bei vergleichbarer Nennkapazität (noch) ca. 3 bis 4 mal teurer wie eine AGM oder Gel. Ich bekomme also immerhin 3 bis 4 AGM-/Gel-Batterien für den Preis einer LiFePo4. Eine 100 Ah LiFePo4 mit integriertem BMS und BlueTooth bekommt man inzwischen schon für rund 690 € (inkl. Ladegerät 770 €).

    Dafür lebt diese mit ca. 2.500 – 5.000 Ladezyklen im Vergleich mit ca. 400 – 600 Ladezyklen bei GEL/AGM aber ganz erheblich länger. Bezüglich ihrer Lebenszeit entspricht also eine LiFePo4 ca. 6 bis 8 AGM/Gel.

    Die Kapazität einer LiFePo4 ist bis ca. 95% nutzbar, die einer AGM/Gel zu ca. 50%. Bei gleichem Strombedarf kann die Bordbatterie also eine um rund die Hälfte geringere Nennkapazität haben. Heißt, wenn ich für meinen Strombedarf z.B. eine 100 Ah AGM/Gel benötige, dann reicht für den gleichen Strombedarf eine 50 Ah LiFePo4. Und die kostet mit aktuell ca. 300 € (sogar inklusive Ladegerät!) dann gar nicht mal so exorbitant mehr, wie eine gute AGM/Gel. Man sollte also nicht die Nennkapazität vergleichen, sondern die nutzbare Kapazität.

    Für diejenigen, die gerne über den Zustand ihrer Batterie informiert sein wollen gibt es bei AGM/Gel die Möglichkeit, entsprechende Messgeräte mit nicht geringem Kostenaufwand zu installieren. Bei vielen LiFePo4 kann man diese Daten via BT vom BMS komfortabel auf ein Smartphone abrufen. Das dürfte wohl deutlich kostengünstiger sein.

    Ich geb es zu, als ich den Preis meiner 100 Ah LiFePo4 sah, stockte mir schon ein wenig der Atem. Ich habe sie mir dann trotzdem gekauft. Ich wollte ein "Rundum-Sorglos-Paket", etwas leichtes und handliches, mit frei wählbarer Einbauposition und Zustandsinfo über über BT. Das Ding ist an meine Solaranlage angeschlossen und es liefert hauptsächlich für meine Dometic und STH Strom. Hin und wieder mal ein Blick auf die App und ansonsten kümmere ich mich um kaum etwas weiter.
    Erst nach den ersten Einsätzen fragte ich mich, ob das Teil denn wirklich soviel teurer ist als AGM/Gel. Zu meinem Erstaunen stellte ich fest, dass dem wohl nicht so ist. Eher im Gegenteil, s.o., sie ist deutlich wirtschaftlicher!
    Natürlich ist der Beschaffungspreis schon spürbar höher. Allerdings schon gar nicht mehr so eklatant, wenn man nicht die Nennkapazitäten vergleicht, sondern die nutzbaren Kapazitäten - und entsprechend kauft. Mittel- und langfristig hat dann die LiFePo4 die Nase in jedem Fall deutlich vorn.

    Das für mich erstaunliche Ergebnis meiner Überlegungen: Die LiFePo4 dürfte bereits jetzt vor allem aufgrund ihrer langen Lebensdauer die eindeutig wirtschaftlichere Batterie sein. Erstaunlich! So, und jetzt verhaut mich ruhig! :wikinger:

    HAL
     
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  2. #2 helmut_taunus, 04.09.2020
    helmut_taunus

    helmut_taunus Mitglied

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    Hallo,
    danke fuer das Teilen dieser Ueberlegung.
    .
    Zusaetzlich sollte man bedenken, ein Gegenstand der Jahre Nutzen bringt, erscheint oft recht teuer. Ein Gegenstand, den man taeglich nutzt, erscheint SCHEINBAR billig. Ein Kaffee fuer 3 Euro kostet 5tausend500 Euro. Wenn die Batterie 700 kostet und 5 Jahre haelt, ist der Kaffee aber sowas von teurer, 5 Jahre mal 365 Tage sind schon 1825-mal so viel wegen der Tage und dann noch mal 3 Euros.
    .
    Es lohnt sich eigentlich immer, mindestens fuer den AHA-Effekt, auf den Gesamtbetrag ueber lange Zeit zu schauen.
    Gruss Helmut
     
  3. bendh

    bendh Mitglied

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    Eine weitere positive Eigenschaft der LiFePo4 Zellen ist, dass sie deutlich robuster sind als alles mit Blei.
    In unserem Motorrad werkelt auch ein LiFePo Akku, der war schon 2x auf 0 Volt tiefentladen, funktioniert aber noch einwandfrei und deutlich besser als der alte Bleiakku. Tiefentladung macht kein Bleiakku mit.
     
  4. #4 hal23562, 04.09.2020
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    Ja, neben den wirtschaftlichen Vorteilen kommen noch diverse andere, teils Kleinigkeiten dazu. So hat z.B. meine 100 Ah Batterie einen EIN/AUS Schalter. Ich finde es durchaus angenehm, wenn beim Hantieren an der Batterie kein Saft auf den Polen ist. Auch, dass ich die Batterie mit einer Hand handlen kann.
    Ich würde übrigens immer empfehlen eine Batterie mit App-Überwachung zu nehmen. Find ich ungemein praktisch.
    Ich denke, Batterien dieser Art (wer weiß, welche Zellen noch entwickelt werden) gehört auch im Camper-Bereich die Zukunft. Und billiger werden sie wohl auch noch werden. Bleiakkus dürften wohl langsam auslaufen.

    Gruß - Hartmut
     
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  5. racky

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    Für mich liegt der Vorteil darin bei viel weniger Volumen/Gewicht mehr Energie zu haben.
     
  6. Winni

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    ... was mich bei der ganzen Diskussion bis dato noch etwas stört ist die Frage nach der Haltbarkeit.

    Hat da jemand schon Erfahrungen, oder kann wirklich etwas darüber aus der Praxis sagen?

    Dem Geschwurbel der Marketingabteilungen muß man ja nicht unbedingt trauen, ich sag nur Haltbarkeit der Energiesparlampen oder deren Nachfolger in LED Form.


    lg
    Winni
     
  7. #7 hal23562, 04.09.2020
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    Na ja, da ist schon was dran. Marketing ist ja u.a. irgendwie so eine Art fröhliches Lügen.

    Aber ich denke, zumindest unter Laborbedingungen dürften die Angaben wohl in etwa hinkommen. Da schaun auch andere unabhängige Technikleute drauf und wenn es um Messdaten geht sind die recht humorlos. Ganz grobe Marketinglügen wären sicher mit so großem Knall in die Luft geflogen, dass wir es gehört hätten. Ob man es wirklich riskiert hätte einem neuen, recht hochpreisigem Produkt damit zumindest tiefe Kratzer und Dellen zu verpassen? Hmmmm ...

    Anders sieht es sicher mit dem Praxiseinsatz aus. Sind die Dinger eigentlich schon so lange auf dem Markt, dass in der Camper-Praxis 5.000 Zyklen oder so erreicht wurden? Aber selbst wenn es nur die Hälfte wäre sind LiFePo4 m.E. auch wirtschaftlich immer noch die bessere Wahl. Siehe nutzbare Kapazität. Vom Handling mal ganz abgesehen.

    LG - HAL
     
  8. #8 Reisebig, 04.09.2020
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    Ja, aber ... wenn man eine LiefPo4 immer zu 95 % entlädt hält auch die nicht die angegeben 5.000 Zyklen aus. Auch eine LifePo4 würde ich nie bis zum Maximum ausreizen.
     
  9. #9 hal23562, 04.09.2020
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    Stimmt schon. Deshalb gibt z.B. mein Hersteller ja auch 2.500 bis 5.000 Zyklen an.
    In der Praxis dürfte die Wahrheit wohl irgendwo dazwischen liegen.
    Aber wer reizt seinen Akku schon andauernd bis zum Letzten aus? Wohl die wenigsten. Ich jedenfalls nicht. Wenn irgend möglich, werde ich möglichst vermeiden unter 80 bis 70 % zu gehen. Wenn ich z.B. unterwegs bin, ist die Solaranlage permanent an und lädt oder wenn ich Landstrom habe und etwas runter bin, lade ich auch. Allein, um wieder volle Reserven zu haben. Nach dem Motto: Ich könnte, wenn ich wollte auch mehrere Tage irgendwo im Nirgendwo stehen. Oder wenn mich in den nächsten Jahren irgendwo auf dem alten Kontinent Corona reloadet erwischen sollte und ich strande.

    HAL
     
  10. #10 janosch, 04.09.2020
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    Über LiFePo4-Akkus habe ich leider noch nicht so viel gelesen wie über die in Smartphones und Tablets verwendeten Lithium-Ionen bzw. Lithium-Polymer-Akkus. Denen sagt man nach, dass sie keine Extreme mögen, also möglichst im Ladebereich 20 bis 80 Prozent betrieben werden sollen. So handhabe ich das bei meinen entsprechenden Geräten. Der Akku meines Smartphones hält seit rund acht Jahren. Nur als Hinweis.
     
  11. bendh

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  12. #12 hal23562, 07.09.2020
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    ... na ja, dann hier mal mein Lieferant VegaCommerce (Holland) VEGA Power LFP12.8-100 LiFePO4 12.8V 100Ah Batterie AKKU
    Aktuell 739 € inklusive 20 A Ladegerät und BlueTooth halte ich für eine 100 Ah LiFePo4 für einen guten Preis. Und sogar einen AUS-Schalter hat die Batterie! Wichtig: Hatte noch eine Frage und der Service meldete sich bereits am nächsten einem Tag.
    Habe keine Verbindungen zu dem Laden, bin halt bisher nur sehr zufrieden mit dem Teil.

    HAL
     
  13. #13 hal23562, 07.09.2020
    hal23562

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    Kann ich nur bestätigen. Mein Hersteller schreibt in seiner Spezifikation u.a. dazu:
    Zyklen (95%DoD) - bis 2000 Zyklen
    Zyklen (bei 80%SoC & 30%DoD) - bis 6000 Zyklen

    Weicht geringfügig von meinen bisherigen Angaben ab. War eine Verwechselung.

    HAL
     
  14. #14 rapidicus, 07.09.2020
    rapidicus

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    oh, schigg, ich sehe, Trojan ist in das geschäft eigestiegen.
    den hersteller kenn ich von traktionsbatterien (-akkus;-)), scherenbühnen, lastmover und so zeug, sehr zuverlässig und langlebig.

    gruß, stefan
     
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LiFePo4 zu teuer?

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