Erfahrungen mit dem Opel Combo D

Dieses Thema im Forum "Erfahrungsberichte" wurde erstellt von thehahn, 13. November 2012.

  1. thehahn

    thehahn Neues Mitglied

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    Die ersten 8000 km:

    Seit Anfang Juni fahre ich nun meinen neuen Dienstwagen Opel Combo 2.0 CDTi Kastenwagen L2H1 EZ 15.5.2012. Vor diesem hatte ich über drei Jahre und knapp 80000 km einen Combo C 1,7 CDTi Kombi Bj. 2006 für den selben Zweck. Dieser wiederum hatte einen Ford Transit Connect 1,8 TDCi Kasten Bj. 2004 zum Vorgänger, der mich über vier Jahre und 110000km dienstlich begleitet hat. Vor diesem fuhr ich diverse VW Caddys und Ford Express. Privat bewege ich einen komplett anderen Fuhrpark. Da passt ein Hochdachkombi auch gar nicht hinein.

    Der erste Eindruck:

    Um es gleich vorweg zu sagen: Dieses Fahrzeug hat absolut nichts von Opel (ein paar Badges ausgenommen), es handelt sich um Fiat pur. Nach meinen Erfahrungen mit dem Vorgänger glaube ich nicht, dass dies ein großer Fehler ist.
    Und, nur um es mal geschrieben zu haben: Ich finde das Auto grottenhässlich. Nicht dass dies für mich eine Bedeutung hätte, es tut dem Zweck dieses Fahrzeugs keinerlei Abbruch, aber ich wollte es mal bemerken.

    Die Karosserie:

    Natürlich ist der D um einiges größer als der C. Dies macht sich natürlich auch im Innenraum bemerkbar. Insgesamt ist das Konzept eines modernen HDK dem eines Kleinwagen mit angepappten Lasterheck meilenweit überlegen. Die tiefe Sitzposition (das wäre im Lieferdienst ein Unding!) ist Vergangenheit, ein- und aussteigen ist wieder einfach. Selbst wenn der eine oder andere beim D eventuelle Assoziationen zu einem Sportwagen vermisst, sei diesen gesagt, dass in solchen Fahrzeugen vorne meist günstigere Platzverhältnisse (vor allem für große Menschen) herrschen als im C.
    Im Doblo-Derivat ist jedenfalls im Fahrerhaus ausreichend Platz, auch für Personen wie mich, die nachdem sie mit 20 Jahren 192cm erreicht haben nur noch nach vorne gewachsen sind. Eine Druckstelle am rechten Knie, welche mich über meine gesamte Combo-C-Zeit begleitet hat, ist jedenfalls nicht mehr sichtbar. Warum die beiden Vordersitze allerdings so eng zusammenstehen müssen, während zur Tür massig Platz ist, bleibt ein Geheimnis der Fiatentwickler. Ich kann nur vermuten, dass dies mit dem Insassenschutz beim Seitenaufprall zu tun hat.
    Der Laderaum ist entsprechend den Außenmaßen sehr großzügig. Knapp 2m nutzbare Laderaumlänge sind ein Wort. Ich habe links ein Sortimoregal stehen, rechts ist frei. Dort werden Leitern und das größere Equipment fixiert (Sortimosystem). Mit zwei Schiebetüren (links Aufpreis) komme ich überall sehr gut ran.
    Was im Laderaum während der Fahrt vorgeht bleibt allerdings weitgehend verborgen, weil die Trennwand zusätzlich gedämmt ist. Insgesamt ist der Combo D ein sehr leiser Transporter, auch von der Dieselmaschine ist vergleichsweise wenig zu hören.
    Die Karosserie macht einen stabilen, robusten Eindruck, der sich auch im Fahrwerk wieder spiegelt.

    Das Fahrwerk:
    Das aufwändige (vor allem die Hinterachse) Fahrwerk macht seine Sache sehr gut. Hier wurde ein guter Kompromiss aus stabiler Straßenlage und Komfort gefunden, wie ich ihn von Transportern so nicht kenne. Die hydraulische Servolenkung ist leichtgängig und bietet trotzdem genug Rückmeldung, ganz im Gegensatz zu der elektrischen Katastrophe im C.
    Durch den sehr langen Radstand bleibt die Agilität auf der Strecke, was in Parkhäusern schon zu mühsamen rangieren führen kann. Aber auch hier war man ja vom Combo C auch nicht gerade verwöhnt. Hier ist der kurze Radstand möglicherweise ganz anders zu handhaben.
    Die Bremsen verzögern gut, lassen sich auch gut dosieren, wirken aber angestrengt. Der Doblo hat ja wieder Trommeln hinten, was ich jetzt bei einem so langsamen Auto nicht unbedingt als Nachteil sehe. Ist ja ein Transporter und kein Sportwagen.

    Motor und Getriebe:
    Der Zwoliter ist natürlich, wie zu erwarten war, sehr kräftig und durchzugsstark. Die Anfahrtsschwäche, unter der der 1,7l Isuzumotor litt, ist hier nicht zu finden. Der Verbrauch liegt bei etwa halber Beladung im gehetzten Servicebetrieb zwischen 6,5 und 8,5 Litern. Damit ist der Verbrauch trotz größerer und schwerer Karosserie niedriger als beim C. Der höchste Verbrauch wird naturgemäß auf der Autobahn beim Vertreteraudi jagen erreicht.
    Die Höchstgeschwindigkeit wird im sechsten Gang erreicht. Alles in allem bin ich mit der Maschine sehr zufrieden, hätte ich aber einen Wunsch frei, würde ich mir etwas weniger Leistung im Tausch gegen ein Drehmomentplateau über einen weiteren Drehzahlbereich wünschen. Dies würde eine schaltfaulere Fahrweise ermöglichen. Aber das ist jammern auf sehr hohem Niveau, ich hab halt immer noch die alten Diesel der Mercedes Düdos aus den Siebzigern im Hinterkopf. Der Ford Connect mit 90PS 1,8l. kam dem schon sehr nahe, was ich wollte.
    Das Sechsganggetriebe lässt sich entgegen den Testberichten leicht und präzise schalten. Auch hier wieder ein himmelweiter Unterschied zur C-Schaltbox, die störrisch und unpräzise war. Auch ein Wechsel „zwischen den Gängen“ (also z.B. vom dritten in den sechsten Gang) ist bei der Sechsgangbox sehr problemlos möglich. Beim Combo C hatte ich mich am Schluss darauf festgelegt, nur noch alle Gänge durchzuschalten.

    Bedienung:
    Die Bedienung ist mühelos, wenn auch für einen bisher Nichtfiatfahrer gewöhnungsbedürftig. Davon ab, dass die ersten 1000 km die Elektronik an die persönlichen Bedürfnisse angepasst wurde, aber das dürfte bei neuen Fahrzeugen Standard sein, gibt es doch ein paar Dinge, bei denen ich mich umstellen musste. Als ich das erste Mal den Motor abstellte, glaubte ich, ich hätte was kaputt gemacht, weil das komplette Auto aus war. Warum es zwischen Betrieb und aus nicht noch eine Zwischenstufe am Zündschloss gibt erschließt sich mir nicht. Warum die Nachlaufzeit für den Radio 0 oder 20 Minuten beträgt und nicht weiter eingestellt werden kann, auch nicht. Da die Bedienungsanleitung problemlos ein bis zwei Überarbeitungen verkraften könnte, hilft diese auch nicht immer, so ist Trial and Error angesagt. Aber ich hab mich durchgewurschtelt und weis jetzt sogar, wie man ein Parklicht einschaltet (stolz!). Damit weis ich mehr als das Manual!
    Das ab und zu beim Fernlicht einschalten der Blinker fünfmal mitblinkt oder beim einparken der Radio verstummt, führe ich auf große Hände, kleine Tasten zurück. Warum ich nach dem telefonieren plötzlich Musik vom Datenstick habe, wo ich vorher noch Radio gehört habe, muss ich noch raus finden.
    Der Bordcomputer lässt sich gut bedienen, beim Momentanverbrauch gehen einem beim bergauf beschleunigen schon mal die Augen über. Für Servicetechniker sehr praktisch der zweite Speicher für km und Fahrzeit.
    Das Cockpit lässt sich bei ausgeschaltetem Licht ohne Hintergrundbeleuchtung nicht besonders gut ablesen.
    Der Tempomat funktioniert eigentlich problemlos, wird aber über einen Drehschalter dauerhaft eingeschalten. Kann also auch nach längerer Parkdauer noch in Betrieb sein. Kommt man dann an mit dem Knie an den Hebel, überrascht einen das Auto zumindest kurzzeitig mit ungewollten Vorwärtsdrang.
    Vermisst wird die Uhreinstellung über RDS und das Außenthermometer welches es wohl nur mit Zuheizer gibt.
    Aber auch hier jammern auf hohem Niveau! Man kommt schon ganz gut zurecht!

    Insgesamt ist der Combo D/Doblo ein sehr brauchbares, nutzorientiertes Auto, für das ich derzeit ohne weiteres eine Empfehlung aussprechen würde.

    Mal sehen, ob das so bleibt, schließlich sollen wir noch mindestens 112000 gemeinsame Km vor uns haben.

    Gruß Norbert
     
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  3. daisy

    daisy Moderator
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    Ich hänge ja an meiner "Sportwagen-Version". :lol:
    Aber Danke für den ausführlichen Bericht. Schön, dass der Fiat-Combo anscheindend gut gelungen ist. War ja längere Zeit wenig zu hören im Combo-Teil des Forums. Vielleicht ändert sich das nun langsam mal wieder. :)
     
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