Teurer Sprit - spürbar veränderte HDK-Nutzung?

Diskutiere Teurer Sprit - spürbar veränderte HDK-Nutzung? im Forum Umfragen im Bereich ---> Community - Anfang 2022 hatte ich bei meiner Italien-/Griechenlandtour noch so eine gewisse "Scheißegal-Mentalität" bezüglich der Spritpreise. Doch die...
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Steindi

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Ich habe das vor unserem Sardinienurlaub (Mai/Juni) kurz überschlagsmäßig durchgerechnet und bin zu der Erkenntnis gekommen, dass es auf unser Urlaubsverhalten kaum Auswirkungen haben darf.
Die Spritkosten machen normal rund 10% vom Urlaubsbudget aus und diese 10% waren zu dem Zeitpunkt ~50% teurer. Also pffft - da gibt es anderswo einfacher mehr zu sparen.

Was sich geändert hat, ich habe nicht vor der Grenze vollgetankt sondern habe die italienischen Raststationen angesteuert. Sprit günstiger als bei der österreichischen Diskonttankstelle und Espresso, von einer Qualität, die in einem österreichischen Restaurant nicht zu finden ist, um einen Euro.
 
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Tim

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Man muss die Preise von 2020 aber auch nicht als Basis nehmen. Damals herrschte quasi ein Fahrverbot und Russland durfte uns noch beliefern. Dadurch waren die Preise eben schwer im Keller.
2020 hatte ich angeführt, weil es das Jahr wa, als wir das Auto bekommen haben. Von großartigen Fahrverboten habe ich nichts gemerkt. Die großen Einschränkungen kamen ja erst im Winter (nach Weihnachten). Wir haben so viel Kilometer mit dem Auto gemacht wie lange nichts mehr, auch wegen der sonstigen Einschränkungen, Das Jahr war ein Ausreiser nach oben. Ist aber ein anderes Thema. Das Jahr eben die Basis für die Kosten bei diesem Auto.

Deine Aussage, dass es ein 9,-€ Ticket der Bahn braucht, um billiger zu sein, als das Auto, ist grob falsch.
Wo habe ich etwas von 9€ Ticket geschrieben? Ich hatte das Glück relativ spät noch Sparpreistickets zu erwischen, weil es scheinbar Coronabedingt keine so große Nachfrage gab. Gleichzeitig waren die Spritpreise schon stark gestiegen. Da ich die Hinfahrt alleine unterwegs war, musste ich auch nicht 2 Tickets rechnen. Fernreisen mit dem 9€ Ticket ist was für Leute, die Zeit haben, aber nichts für mich.

Die Bahn ist immer billiger, als das Auto. Auch in der ersten Klasse zum vollen Preis. Der Autofahrer ignoriert nur allzugern die fixen Kosten, die er sowieso hat, wenn er seinen Vergleich anstellt.
Das ist so nicht ganz richtig. Du verteilst die Fixkosten pauschal auf alle Kilometer. Das kann man machen, ist aber nicht verursachergerecht. Ich rechne das anders: Wenn es etwas gibt, dass das Auto alternativlos macht, ist das der Verursacher für die Fixkosten. In meinem Fall ist das der Weg zur Arbeit, weil ich da den Öffentlichen Verkehr nicht nutzen kann, diese Fahrten aber "alternativlos" sind. Gibt es mehrere dieser Zwänge zum Auto, dann verteile ich das entsprechend anteilig. Die Mehrkosten für den Bus ggü. unseren alten Kombi kann ich auch eindeutig einem Thema zuordnen. Das macht die Betrachtung zwar etwas aufwändiger, ist aber zielführender, wenn man verstehen möchte, wie - im Sinne von Ursachen - sich die Kosten zusammensetzen, Wenn ich dann aber Fahrten habe, bei denen ich die Wahl habe, betrachte ich beim Auto in erster Linie die variablen Kosten, weil das Auto "eh da" ist.
 
hal23562

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... Dein Vergleich hat aber einen sehr relevanten Haken: Die Bahn fährt nicht von meiner Haustür ab. Diese Kosten bis zum Bahnhof musst Du dann auch noch mit drauf rechnen. Und dann kommen noch die Kosten für Mietautos/Fahrrad o.ä. dazu für alles, was die Bahn nicht leisten kann. (Einkäufe Baumarkt, schnelle Fahrt zum Arzt, Kinder morgens ins zu weit entfernte Gymnasium bringen, nachts ohne Öffis nach Hause kommen, uvm.)
Das wären dann die ehrlichen Kosten mit vergleichbarer Nutzung und dann dürfte Deine Rechnung schon anders aussehen.
Darüber eine Studie wäre doch mal ein dankbares Thema für eine Promotion! Selbst in Lübeck mit seinem relativ dichten Busnetz würde ich aus o.g. Gründen nicht aufs Auto verzichten wollen/können. Zudem sind hier Einzelfahrten m.E. zu teuer, Monatskarten bei meinem Nutzungsprofil nicht sinnvoll.
Inzwischen denke ich tatsächlich ernsthaft über die Anschaffung eines E-Scooters nach. Früher waren die für mich eher nur eine Art Spielzeug. Ich würde ihn für die Erledigung einer Vielzahl gerade der o.g. kleinen Dinge aber auch für die Freizeit nutzen. Gibt es inzwischen auch in meiner Gewichtsklasse und mit 150 kg Tragkraft. Damit bringe ich dann auch meine Einkäufe problemlos nach Hause.
Da wir in HL eine Reihe Miet-Anbieter haben, konnte ich die Dinger auch schon - natürlich behelmt! - reichlich testen. Ich kam sehr gut damit klar und es machte sogar Spass. Natürlich gibt es Vor-, Nachteile und gerade für Ältere u.U. durchaus auch Risiken. Da muss sich jeder selbst prüfen. Handlungseinschränkende Handicaps sollte man aber keinesfalls haben. Außerdem bieten die Dinger im Mini-Camper auch interessante Möglichkeiten und sind nicht so sperrig wie ein (Klapp-)Fahrrad.
Ist zwar kein E-Auto, trägt aber bei mir zumindest zu einer zwar wohl nicht gerade riesigen, aber durchaus spürbaren Diesel-Einsparung bei. Somit spielt die aktuelle Situation bei den Spritpreisen zumindest eine kleine Rolle.

HAL
 
hal23562

hal23562

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... Wo habe ich etwas von 9€ Ticket geschrieben? Ich hatte das Glück relativ spät noch Sparpreistickets zu erwischen, weil es scheinbar Coronabedingt keine so große Nachfrage gab. Gleichzeitig waren die Spritpreise schon stark gestiegen. Da ich die Hinfahrt alleine unterwegs war, musste ich auch nicht 2 Tickets rechnen. Fernreisen mit dem 9€ Ticket ist was für Leute, die Zeit haben, aber nichts für mich. ...
Na ja, ich denke für Fernreisen waren die 9€-Tickets ja auch nicht gedacht, sondern für den ÖPNV.
Um es mal zu testen bin ich mit 9€-Ticket zu meinen Kindern nach Königswinter und zurück gefahren. Es war einzigartig, eine einzigartige Strapaze!
Nur, weil so viele Tickets verkauft wurden von einem Erfolg zu sprechen, halte ich für überaus mutig. Die zwei Monate zeigten vor allen Dingen, wieviel noch am ÖPNV, und hier inbesondere bei der Deutschen Bummelbahn zu tun ist. Gerade letztere wurde in den letzten Jahrzehnten nicht nur in einer Art Stasis gehalten, sie wurde herunter gewirtschaftet!

HAL
 
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Peter Lpz

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Wo habe ich etwas von 9€ Ticket geschrieben? Ich hatte das Glück relativ spät noch Sparpreistickets zu erwischen, weil es scheinbar Coronabedingt keine so große Nachfrage gab. Gleichzeitig waren die Spritpreise schon stark gestiegen. Da ich die Hinfahrt alleine unterwegs war, musste ich auch nicht 2 Tickets rechnen. Fernreisen mit dem 9€ Ticket ist was für Leute, die Zeit haben, aber nichts für mich.

Das ist so nicht ganz richtig. Du verteilst die Fixkosten pauschal auf alle Kilometer. Das kann man machen, ist aber nicht verursachergerecht. Ich rechne das anders: Wenn es etwas gibt, dass das Auto alternativlos macht, ist das der Verursacher für die Fixkosten. In meinem Fall ist das der Weg zur Arbeit, weil ich da den Öffentlichen Verkehr nicht nutzen kann, diese Fahrten aber "alternativlos" sind. Gibt es mehrere dieser Zwänge zum Auto, dann verteile ich das entsprechend anteilig. Die Mehrkosten für den Bus ggü. unseren alten Kombi kann ich auch eindeutig einem Thema zuordnen. Das macht die Betrachtung zwar etwas aufwändiger, ist aber zielführender, wenn man verstehen möchte, wie - im Sinne von Ursachen - sich die Kosten zusammensetzen, Wenn ich dann aber Fahrten habe, bei denen ich die Wahl habe, betrachte ich beim Auto in erster Linie die variablen Kosten, weil das Auto "eh da" ist.

Du hattest von einem Sparpreis gesprochen und in dem Zusammenhang ist die Art des Sparpreises ja egal. Auch wenn ich das 9,- € Ticket fälschlich unterstellt habe.

Wenn ich einen Kostenvergleich anführe, muss ich ehrlicherweise auch alle Kosten auf den Kilometer oder meinetwegen auf die Zeit umrechnen. Ich möchte mich Deinem Argument nicht verschließen, weil es eben auch in meiner kleinen Welt eine Rolle spielt. Aber letztlich zahlst Du mit deiner Fahrkarte auch das Zugmaterial, das Streckennetz und das Personal bei der Bahn mit. Ein ehrlicher Vergleich zum Auto wäre hier eher das Taxi. Steuern und Subventionen lass ich mal unberücksichtigt, weil es mich überfordern würde und auf beide Verkehrsmittel anzuwenden wäre. Was die "Alternativlosigkeit" angeht, so hoffe ich sehr, dass wir uns die "Überheblichkeit" noch lange leisten können, das Auto als "alternativlos" hinzustellen. "Alternativlos" ist garnichts. Alternativlosigkeit ist immer eingebildet. Ich sehe ein, dass die Alternativen mitunter schwer zu denken sind und als sehr unangenehm wahrgenommen werden und es meistens auch sind. Ich möchte halt nicht von den Alternativen überfahren werden, die aus meiner Sicht anstehen. Wir haben nunmal so gewählt. Ich wars wirklich nicht, versprochen!

Und wenn ich nicht überfahren werden will vom nicht mehr Autofahren, dann muss ich mir heute schon einen Plan stricken. Weil uns unsere Grünen Alternativen bauen werden, die wir so dringend brauchen...

schwant dem Peter
 
ManniSpall

ManniSpall

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Die Alternative hier auf dem Dorf ist entweder die Kündigung des Arbeitsvertrages oder der Verkauf des Hauses und das Umziehen in eine überteuerte Bude in der Nähe des Arbeitsplatzes um sich den Rest des Lebens zu versauen....
 
rapidicus

rapidicus

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Mein "bringt-mich-zur-arbeit" Aprilia Roller braucht zumindest nur 3l/100, und nur ein Drittel des straßenraums.
Hatte schon 3°C des Morgens....auch nicht so vergnüglich....aber ich zieh das Ding jetzt soweit als möglich durch.
Obwohl ich schon ein "petrolhead" bin, und auch in der Branche tätig, seh ich doch seit geraumer Zeit den Wahnsinn, der um uns herum passiert.
Meine "Bleiente" :mrgreen:
IMG_20220530_192302.jpg
Gruß, Stefan
 
Reisebig

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Was lieb ich meinen Arbeitgeber, hab 75 Km hin und zurück, darf bis auf einen Tag in der Woche Homeoffice machen und für Fahrten im Ort nehm ich den E-Scooter wenn es nicht regnet.
 
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Tim

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Wenn ich einen Kostenvergleich anführe, muss ich ehrlicherweise auch alle Kosten auf den Kilometer oder meinetwegen auf die Zeit umrechnen.
Wenn ich von Fixkosten rede, dann sind das die Kosten, die über die Nutzungsdauer entstehen. Manche Dinge sind eindeutig. So kostet Sprit je Kilometer, Steuer und gehen nur nach Zeit. Bei manchen Dingen ist es aber so, dass sowohl die Zeit als auch die Laufleistung eine Rolle spielen. Ein Auto verliert eben an Wert über das Alter und die Laufleistung. Inspektionen sind nach Zeit oder Laufleistung durchzuführen. Reifen altern über den Verschleiß aber auch über das Alter. Bei meiner jährlichen Fahrleistung halten sich Alter und Laufleistung bei den meisten Dingen so die Waage. Das bedeutet umgekehrt, dass viele Kosten genauso hoch bleiben, wenn ich die Fahrleistung reduziere. Und deswegen betrachte ich das nicht pauschal sondern verursachergerecht. Nur so habe ich eine Datenbasis, auf der ich bei zukünftigen Entscheidungen aufbauen kann.
Kleines Beispiel:Wir kommen mit 1 Auto im Haushalt aus. Würde meine Frau den Job wechseln und bräuchte dann für den Weg zur Arbeit ein Auto, entstehen wieder viele Kosten, die über die Zeit anfallen. Auch wenn wir die Autos dann vielleicht gemischt nutzen (kleiner Zweitwagen zum EInkaufen statt dem Bus), so sind die Kosten über die Zeit eindeutig dem Weg zur Arbeit zuzuordnen. Dann multipizieren wir diese Kosten mit dem Verhältnis von Brutto zu Netto und wissen, wie viel sie dort mehr verdienen muss.
 
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Peter Lpz

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Ich hatte es schon vorher verstanden und rechne letztlich genauso. Du hast es jetzt aber wirklich besonders gut verständlich formuliert. :top:

Ich hatte aber vorher anders gerechnet und es heißt ja gern, die Bahn ist zu teuer. Und wenn ich hier einen Vergleich hinsichtlich der aufgerufenen Preise führen möchte, dann hat die Bahn weitaus schlimmere Mängel, als zu hohe Fahrpreise. Mir würde ein verständliches Tarifsystem wichtiger sein, als dieses Gehechel nach Billigpreisen bei der Bahn. Wie bereits erwähnt, hatte ich jahrelang gar kein Auto und auch nur ansatzweise Vorstellungen darüber, was mir das heilige Blech heute so Wert ist. Nachdem ich das heute sehr genau weiß, kann ich definitiv sagen, die Bahn ist nicht zu teuer. Unabhängig davon, was wir warum als Autofahrer rechnen. Ich kann mir auch überhaupt nicht vorstellen, dass es im Sinne der Bahn wäre, wenn wir ca. 50 Mio Autofahrer plötzlich unsern Platz in der Bahn beanspruchen würden. Zugucken würde ich dem Szenario aber sehr gern. Wenn auch lieber von Weitem.

Ganz begeistert bin ich von der hier doch ab und an vertretenen Auffassung, man könne die hohen Spritpreise ja woanders einsparen, Häää?:bumbum:

Wohl bei der Heizung, bei den Lebensmitteln, beim ohnehin seltenen Kneipenbesuch, an der Sauna.... ja wo denn eigentlich?

wundert sich der Peter
 
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rocco81

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Wir nehmen unseren großen Diesel sowieso nur wo es nicht anders geht.
Z.B. Campingurlaub. Auf Langstrecke machen aber meist Maut mehr aus als Sprit.
Etwas langsamer auf der AB kompensiert schon einen Teil.
Dann kommt man eventuell durch Gegenden wo der Sprit jetzt billiger ist als daheim, Z.b. Slowenien, und das ausnutzen.

Unsere Arbeits- und Alltagswege absolvieren wir recht günstig mit dem E Auto.
Den Diesel brauchen wir hier nur wenn mal beide gleichzeitig wo hin müssen. Z.b. Kinderarzt,
Da wir jetzt beide 1x die Woche Home Office errungen haben, sparen wir hier auch ein bisschen.

Die Nutzung hat sich nicht wirklich geändert, wir sind halt früher auch nicht blödsinnig spazieren gefahren.
 
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Peter Lpz

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Hallo Rocco,

wenn ich mich ein klein wenig in Unterstellungen ergehe, dann nimm es mir nicht zu krumm. Ich schließe dann und wann von mir auf andere: Ich hab nämlich auch mit einiger Rechtfertigung von mir behauptet, über die Nutzung des Autos nachzudenken. Anfangs hab ich noch nicht ganz begriffen, wie der Autofahrer übers Ohr balbiert wird. Ich bin halt früher - als ich noch jung war.... nur mit dem Rad und der Bahn unterwegs gewesen. Auto war für alte Leute und ziemlich bekloppt in der Großstadt. Ich find es in der Großstadt immer noch überwiegend dämlich. Aber ich leb heute nicht mehr in der Großstadt und älter geworden bin ich auch. Trotzdem hab ich natürlich noch Kontakte zu zumeist jüngeren Leuten, die es heute noch so halten, wie ich früher und denen ich zuweilen ihr Weltbild ein wenig um die Ohren schmeißen muss. Dazu sind die Kosten/die Steuern, die man entrichtet, wesentlich. Man hat ja hier als Autofahrer doch ein wenig mit mehr oder weniger gesellschaftlicher Ächtung zu kämpfen. Wenn ich also glaubwürdig darlegen kann, dass ich heute ca. den vierfachen Spritpreis und reichlich 40% mehr Steuern auf den Saft seit 2020 löhne, ist das eine wichtige Argumentationshilfe und mich bringt es herrlich in Rage auf diejenigen, denen ich es zu verdanken hab. Mir bezahlt nämlich niemand den vierfachen Tarif. Es reicht noch nichtmal für nen Inflationsausgleich. Ich finde, ich muss da auf die höflichen "Klima- und Umweltsau-Vorwürfe" nicht noch mein schönes Geld legen und den Heinis ihre hirnrissigen Ideen finanzieren. Da hat das liebe Peterle dann so eine Blockade in seinem kleinen Gehirn. Der folgende Bericht bezieht sich auf das Jahr 2018, als wir noch Friedenspreise hatten:

Deutsche zahlen fast 100 Milliarden Euro pro Jahr: Steuerbelastung von Autofahrern - WELT

Seit ich also etwas mehr begreife, als so ein Autoneuling, geht der bei mir nie besonders ausgeprägte Fahrriemen nochmal steil nach unten. Dabei hab ich jetzt sehr weite Wege zur Tankstelle. Meist nach Tschechien. Da sind sie nicht ganz so verrückt. Wie dem auch sei, was "blödsinnige Spazierfahrten" sind, begreifen wir erst, wenn es mal weh tut. Davon sind wir noch sehr weit weg, aber m. E. viel näher, als wir es wahrhaben wollen.

Dein E-Auto hast Du ja auch mal bezahlt und hier differieren die Kosten so gewaltig, nicht nur im Unterhalt, dass man nicht sagen kann, es ist für mich oder dich gleichbillig oder -teuer. Es macht einfach für ne Mehrheit hier im Land, gar keinen Sinn.

Meint der Peter
 
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Tim

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Dann kommt man eventuell durch Gegenden wo der Sprit jetzt billiger ist als daheim, Z.b. Slowenien, und das ausnutzen.
Vor 2 Wochen den Stau bei Villach umfahren und mal eben Diesel für 1,60 reingelassen. Super wären 1,35 gewesen. Schade, dass ich keinen leeren IBC-Container hinten drin hatte... :rund:
 
Mudgius

Mudgius

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Wir sind gerade zurück von unserer Reise durch Skandinavien und was soll ich sagen: Ja, die Spritpreise sind heftig und in schwedischen Kronen war der Tankbeleg grundsätzlich vierstellig.
Hat sich unser Reiseverhalten deswegen geändert? Nein, hat es tatsächlich nicht. Wir sind süchtig nach der Weite (und vielen anderen Dingen) des skandinavischen Nordens und wir sind bereit und in der Lage den Luxuszuschlag zu zahlen.

Meine Bequemlichkeit steht mir bisweilen im Weg und meine jahrelange Erfahrung als Berufspendler mit der Bahn im dichtbesiedelten Rheinland hat mich das Fürchten gelehrt.
Ich habe, nicht nur deshalb, meine berufliche Ausrichtung verändert und habe bei der Auswahl der neuen Arbeitsstätte der Entfernung zum Wohnort eine deutlich höhere Bedeutung zukommen lassen: 42km zu 146km, und das etwa 20 mal pro Monat.
ÖPNV zu Individualverkehr steht zur Zeit in keinem für mich vertretbaren Verhältnis, weder im zeitlichen Aufwand, noch in der Flexibilität in Relation zu den entstehenden Kosten. Zwei mal 20-25 Minuten, Tür zu Tür, jederzeit, stehen in Konkurrenz zu zwei mal 90-120 Minuten, mit sehr geringer Flexibilität, Verspätungen und Ausfälle nicht mit eingerechnet.

Wäre mein Knie nicht so zickig, ich hätte längst ein Velomobil vor der Tür und würde die Strecke mit verbrannten Kalorien bestreiten, die Flexibilität bliebe hoch, die Kosten würden sinken und der Zeitaufwand läge bei zweimal etwa 45-50 Minuten, also täglich einer Stunde Mehraufwand für ein dem Gesundheitszustand zuträgliches Ausdauertraining.

Spritpreise machen eben auch nur einen gewissen, für mich geringen, Prozentsatz der Lebenshaltungskosten aus.
Auf Reisen ist das natürlich anders, da sind sie mit Abstand der allergrößte Posten. Da wir autark sind, weder Unterkunft noch Campingplatz benötigen fällt lediglich die ohnehin erforderliche Versorgung mit Lebensmitteln an, Maut in überschaubarem Rahmen, Brückenmaut und ab und zu ne Fährverbindung, sofern wir an der norwegischen Küste unterwegs sind.
2 Wochen, 6500 km Tour, ca. 250€ Maut, ca. 250€ Verpflegung, etwa 1000€ Sprit, macht 1500€ (ja, ich weiß, ohne Verschleiß)
2 Wochen mit der Bahn an die benachbarte Niederländische Küste, kleines Zimmer in einer Pension und schon wären die 1500€ überschritten und da ist weder die Pommes mit Frikandel und Saté-Sauce noch das komische Heineken eingerechnet.
Frei nach Hermann Van Veen: „Und wenn die ganze Erde bebt, das Autovolk bleibt unberührt“, da bin ich ganz beim Peter.
 
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rocco81

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Dein E-Auto hast Du ja auch mal bezahlt und hier differieren die Kosten so gewaltig, nicht nur im Unterhalt, dass man nicht sagen kann, es ist für mich oder dich gleichbillig oder -teuer. Es macht einfach für ne Mehrheit hier im Land, gar keinen Sinn.

Meint der Peter

Moin Peter, für mich bzw. meine meine Frau und mich macht es aber sehr Sinn.
Wir haben zu zweit (zu fünft wenn man unsere Zwerge dazuzählt) zwei Autos.
Die Großstadt ist weit weg, und unsere Arbeitsplätze sind zum Glück auch nicht in der Stadt. Wermutstropfen: Öffis gibt es hier nicht, schon gar keine die mich pünktlich auf 6:00 zur Arbeit bringen.

Dazu sind die Kosten/die Steuern, die man entrichtet, wesentlich. Man hat ja hier als Autofahrer doch ein wenig mit mehr oder weniger gesellschaftlicher Ächtung zu kämpfen. Wenn ich also glaubwürdig darlegen kann, dass ich heute ca. den vierfachen Spritpreis und reichlich 40% mehr Steuern auf den Saft seit 2020 löhne
Ich bin wirklich froh dass zumindest eines unserer Autos steuerfrei ist und auch keinen teuren Saft aus fernen Länder die uns mit der Abhängigkeit erpressen braucht. Diesel heute über 2,10 am Disconter!
Das E Auto hat 16k€ gekostet, abzüglich eintauch des Alten 8k€. Spart uns aber 2,5k€ pro Jahr, Tendenz steigend.
 
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Peter Lpz

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Hallo Rocco,

ich gönne es Dir von Herzen. Es ändert aber nichts daran, dass Dein Modell zwar schön für Dich und Deine Familie ist, aber auf ne Mehrheit hier nicht kostenähnlich übertragbar ist. Die Steuerfreiheit Deines E-Autos bezahl ich mit und ich seh es absolut garnicht ein, andern Leuten das elektrische Zweitfahrzeug mitzufinanzieren. Das hat nichts mit jemandem zu tun, der den Wahnsinn für sich nutzen kann und das eben tut. Es hat mit denjenigen zu tun, die uns diesen aus meiner Sicht "Wahnsinn" eingebrockt haben.

Ich hatte jahrzehntelang keinerlei Probleme, mit dem weltgrößten Kriegstreiber verbündet zu sein. Der Rest der Gesellschaft erstaunlicherweise auch nicht. Deshalb hätte ich auch absolut kein Problem damit, weiterhin von anderen Kriegstreibern in "fernen Ländern" abhängig zu sein. Abhängigkeiten von ebensolch lupenreinen Demokratien stellen uns ja gegenwärtig auch nicht vor irgendwelche Schwierigkeiten. Wir sind nunmal abhängig von Rohstofflieferungen, ob wir es wahrhaben wollen oder nicht. Den mehrfachen Preis zu zahlen für dieselbe bzw. schlechtere Ware aus ebenbürtigen Quellen stellt mich vor ganz empfindliche Probleme.

Gruß Peter
 
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rocco81

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Mit der Steuerfreiheit wird es bald vorbei sein, Förderungen (welche auch m. M. nach verkehrt sind) wurden eh schon zurück gefahren.
Strom ist übrigens höher besteuert als Diesel.

Wir bezahlen so viel Steuer, da bin ich schon froh wenn ich da wo sparen kann.
Bei einem 50Ps Auto fällt auch fast keine Steuer an, da brüskiert sich auch keiner drüber.
Über die Steuern zahlt man auch die Bahn, Stadtautobahnen, U Bahn, usw mit auch wenn man die nicht nutzen kann.
 
Thema: Teurer Sprit - spürbar veränderte HDK-Nutzung?
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