Partner Zylinderkopfdichtung evtl. defekt

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dev3011

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Moin,

nach kurzer Freude über meinen letzte Woche von privat gekauften Partner Bj. 2014 mit (ziemlich sicher echten) 30.000km machte sich nun Ernüchterung breit - der 120 vti qualmt weiß (nicht immer, nicht doll, aber auch bei warmen Motor). Der Qualm richt verdächtig nach verbranntem Kühlmittel, weshalb ich mir einen CO2-Test für den Kühlmittelbehälter besorgt habe. Der war leider positiv, die Flüssigkeit wurde grün.
Außerdem verbraucht er verdammt viel Sprit (9,4l/100), surrt beim Beschleunigen und während des Test-Leerlaufs fing er auch so ca. nach 15 Minuten an zu tackern wie eine Nähmaschine.
Die Motortemperatur steigt bis kurz über dem Mittelstrich. Bei ca. 100‘C bleibt sie dann stabil.
Ich selber bin mit dem Auto erst 100km gefahren.

Nun habe ich Aussagen von zwei Werkstätten bekommen:
Werkstatt 1: 11h Arbeit, Zylinderkopfdichtung und alles was man sinnvollerweise mitmacht ca. 2.200€-2.500€. Die ZKD soll wohl ein Polymer aus Gummi und Metall sein.

Werkstatt 2: Der Meister meint die ZKD wäre aus Metall und könnte nicht kaputt gehen. Er bezweifelt, dass es die ZKD ist und würde eher mal boroskopieren. Er empfiehlt mir, den Wagen mal ordentlich auszufahren inkl. Autobahn und zu beobachten, ob er Kühlmittel verliert.

Ich habe nun etwas Sorge, mit dem Auto wirklich zu fahren und bin doch sehr verwirrt von der Aussage von Werkstatt 2.
Könnt ihr mich da erhellen, ob diese Aussagen Sinn ergeben?

Und würde man dazu wohl etwas im Fehlerspeicher finden?
 
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Berlin(er)go

Berlin(er)go

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Haltet mich für verrückt aber zur unverbindlichen Orientierung befrage ich gern mal die "Dumme" KI:

1. Was deine Symptome bedeuten

Die Symptome passen sehr typisch zu einem Defekt im Bereich Zylinderkopfdichtung / Zylinderkopf / Block beim PSA 1.6 VTi (EP6 / 120 VTi):
  • Weißer Qualm, süßlicher Geruch → Kühlmittel verbrennt
  • CO₂-Test positivAuspuffgase gelangen ins Kühlsystem
  • Hoher Verbrauch → Gemischaufbereitung gestört (Kompressionsverlust, Falschluft, Verbrennung ineffizient)
  • Surren beim Beschleunigen → kann vom Steuerkettenbereich kommen (Verschleiß typisch beim EP6)
  • Tackern im Leerlauf nach einiger Zeit → ebenfalls typisch für Steuerkette / Hydrostößel bei Warmproblemen
  • Bj. 2014 + nur 30.000 km → extrem wenig gefahren, Kurzstreckenschäden sind bei diesem Motor sehr häufig
Dass du nach 100 km schon deutliche Probleme hast, spricht stark dafür, dass der Schaden bereits beim Kauf vorhanden war.
2. Aussage Werkstatt 1 – realistisch

ZKD + alles drum herum 2.200–2.500 €
11 Stunden Arbeit
Klingt vollkommen plausibel für einen EP6, wenn die ZKD defekt ist. Dieser Motor ist bekannt dafür, dass die ZKD, der Zylinderkopf oder sogar der Block Probleme machen. Die Dichtung ist keine normale „Pappdichtung“, sondern eine Mehrlagen-Metall-Dichtung mit Elastomeranteilen – das meint der Mechaniker wahrscheinlich.

3. Aussage Werkstatt 2 – teilweise richtig, aber falsch interpretiert

✔ Richtig:

  • Die ZKD ist eine Metall-Mehrlagen-Dichtung.
  • Solche Dichtungen gehen seltener kaputt als klassische Faserstoff-Dichtungen.
✘ Falsch bzw. irreführend
  • „Metall-Dichtung kann nicht kaputt gehen“ – das stimmt nicht.
    Gerade bei thermisch belasteten Motoren gehen auch MLS-Dichtungen kaputt.
  • Ein positiver CO₂-Test ist nicht „vielleicht“, sondern in 95% der Fälle ein eindeutiges Indiz für Kopfdichtung / Kopf / Blockschaden.

✔ Richtig ist auch:

  • Eine Boroskopie (Endoskop in den Zylinder) ist durchaus sinnvoll → zeigt Wassereintritt, Waschspuren, Dampfspuren.
  • „Mal freifahren“ hilft bei abgelagerten Ventilen, verrußten Motoren und Kondenswasseraber nicht, wenn CO₂ im Kühlsystem nachgewiesen wurde.
    Ein defekter Dichtungsbereich „fährt sich nicht frei“.

4. Ist es gefährlich, weiterzufahren?

Ja – bei Symptomen + CO₂-Nachweis besteht Risiko:
  • Überhitzung
  • Hydrolock (Wasserschlag)
  • Totalschaden am Motor
  • Kat-Schaden
Wenn unbedingt nötig → nur sehr kurze Strecken, Temperatur beobachten, Kühlmittel checken.

5. Was ergibt Sinn? (Empfehlung)

  1. Boroskopie durchführen (30–80 €) – das ist eine gute Idee.
    Das bestätigt meist eindeutig den Defekt.
  2. Wenn z. B. Waschspuren, Tröpfchen, Druckspuren im Brennraum erkennbar sind →
    Zylinderkopfdichtung / Kopf instandsetzen → Preise Werkstatt 1 realistisch.
  3. Vorher überlegen, ob der Motor sich wirtschaftlich lohnt.
    Der EP6 120 VTi ist notorisch anfällig (Steuerkette, Thermostatgehäuse, Kolbenringe).
  4. Kaufrecht prüfen – wenn du ihn privat gekauft hast, aber der Verkäufer arglistig verschwiegen hat („war alles top, keine Mängel“) → evtl. gute Chancen zur Rückabwicklung bzw. Minderung.

Kurzes Fazit

  • Mit deinen Symptomen + positivem CO₂-Test ist ein Kopfdichtungsschaden sehr wahrscheinlich.
  • Werkstatt 2 liegt richtig, dass man nicht blind die ZKD tauschen sollte – aber die Aussage, eine metallische ZKD könne „nicht kaputt gehen“, ist fachlich falsch.
  • Weiterfahren ist riskant.
  • Eine Boroskopie ist sinnvoll, aber “freifahren” wird das Problem nicht lösen.
 
Hammerbergfritz

Hammerbergfritz

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"Eine Woche nach Kauf" hast du die ZKD nicht selbst kaputt gemacht!!!
Das schaut mir zu sehr nach einem "Notverkauf" aus. Sofortige Rücksprache mit dem Verkäufer, evtl. Treffen in einer kompetenten Werkstatt, scheint mir absolut notwendig. Auch bei einem Kauf "wie gesehen" hast du Rechte auf Rückabwicklung oder Preisminderung (Thema: versteckte Mängel)!
 
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dev3011

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Vielen Dank für die schnellen Antworten!
Ich war heute bei Peugeot und Dekra. Beide meinten, dass es eher ungewöhnlich aber nicht unmöglich ist, dass nach 10 Jahren auch eine Dichtung mit Metall kaputt geht. Vor allem aber, falls der Motor mal zu heiß geworden ist.
Dem Verkäufer arglistige Täuschung nachzuweisen (was ich ja meinem Kenntnisstand tun müsste für Rückabwicklung o.ä.) wird schwierig, denke ich. Derjenige, der mir das Auto verkauft hat ist ein Händler, der im Kundenauftrag verkauft hat. Der Vorbesitzer selber hat das Auto gerade erst geerbt (habe ich geprüft und scheint zu stimmen). Der Vorbesitzer hat das Auto also selbst nie gefahren. Das einzige wo man ansetzen könnte ist, dass der Verkäufer das Auto 350km bewegt hat und da etwas hätte merken können.
Aber da selbst die Werkstatt beim Gebrauchtwagencheck nichts gemerkt hat, bezweifele ich, dass man das vor Gericht durch kriegen würde.
Montag geht das Auto in die Werkstatt zum Boroskopieren, dann schauen wir mal weiter...
 
Hammerbergfritz

Hammerbergfritz

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Da sehe ich persönlich nur die Möglichkeit, dass man sich bei der/den Reparaturrechnung(-en) einigt.
 
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