Hallo zusammen,
wir haben unseren Toyota Proace City Verso (aus dem Hause Stellants) nun seit knapp 4 Monaten und sind insgesamt sehr zufrieden. Tatsächlich ist das größte Ärgernis die fehlende App.
@chrisemo , ich dachte dass es für die echten Stellantis Modelle, wie dein Doblo, eine funktionierende App gibt. Ich dachte, es würde nur an Toyota liegen, die sich mit Stellantis nicht geeinigt haben. So etwas Ähnliches sagte uns unser Verkäufer bei der Übergabe des Wagens im Dezember. Wir sind einfach davon ausgegangen, dass jedes moderne E-Auto eine App hat. Vor dem Kauf haben wir nicht gefragt und der Verkäufer hat diesen Mangel auch nicht erwähnt. Die Software des Wagens ist ausreichend für den Betrieb. Bietet aber nicht die bei anderen BEVs bekannten Funktionen. Zudem hat sie ein paar kleinere Bugs, obwohl es vor kurzem ein Update gab. So wird beim Laden die Leistung in km/h angegeben. Es gibt keine Informationen zur Batterie oder gar den Zellen. Mehr als den Ladestatus in Prozent erfährt man nicht. Statistiken oder Ladekurven, Fehlanzeige. Es gibt nur einen Screen, der aber relativ nutzlos ist. Wobei ich vielleicht noch erwähnen sollte, dass wir auch kein Betriebshandbuch für unser Modell haben. Gibt man die FIN bei Toyota ein, so gibt es keine Doku. Wir wussten vor dem Kauf, dass die Software eher spartanisch ist, sind halt davon ausgegangen, dass die App die Lücken füllt.
Da wir ausschließlich an öffentlichen Ladepunkten laden, wäre die Überwachung des Ladevorgangs und das Festlegen eines Limits die wichtigsten Funktionen, die uns fehlen. Auch wäre es gut, wenn man die mechanische Verriegelung für den Stecker per Software steuern könnte. (Das funktioniert nur über den Schließvorgang des Wagens bzw. die Ladesäule) Ein Traum wäre dann noch Funktionen, die einem was zur Akkutemperatur und den Zellen verrät. Der Wagen hat nämlich auch keine Vorkonditionierung. Das wussten wir aber vor dem Kauf. Soweit also zum Ärgernis der fehlenden Software.
Die Wärmepumpe macht einen guten Job und wir haben das Klima im Winter als angenehm empfunden. Im Eco-Modus ist die Klimatisierung ein wenig begrenzt. Bei Temperaturen unter 4 Grad haben wir auf Eco verzichtet. Mit 70% kann ich bei Temperaturen unter 10 Grad bis 0 die 120 km zur Arbeit hin und zurück entspannt zurücklegen. Allerdings muss ich das nicht täglich fahren.
Zum Jahreswechsel sind wir abends knapp über 300 km ins Ruhrgebiet gefahren. Die Temperaturen waren deutlich unter 0 Grad (bis -8°C) und es war teilweise recht feucht. Nässe führt ja auch zu einem höheren Verbrauch. Unsere Planung war nach 2 Stunden bei EWEgo DC zu laden und bei Mc Do eine Pause zu machen. Aber die Ladestation dort hat weder bei uns noch bei anderen Autos funktioniert. Nebenan gab an einer Tankstelle noch viele Shell Re-Charge Punkte, aber diese waren alle (noch) nicht in Betrieb. Wir hatten noch 20 Prozent und hätten also entspannt bleiben sollen und trotzdem zunächst unsere Pause machen sollen. Waren wir aber nicht, schließlich war es die erste längere Fahrt. Also erst einmal vom Autohof neben der Autobahn in den nächsten Ort. Dort dann die beruhigende Erfahrung gemacht, dass wir mit einer unserer Apps eine Ladestation an einem Bürogebäude auf Anhieb freischalten konnten. Da sind wir dann nur 10 Minuten geblieben und haben uns in Ruhe eine EnBW Schnellladestation gesucht. Die gab es auf der anderen Seite des Ortes. Dort haben wir dann aber auch nicht richtig voll geladen, weil wir ja eigentlich eine Pause für uns mit einer Ladepause verbinden wollten. Also wieder weiter über die Landstraße zum nächsten Mc Do mit EWEgo, wo alles wunderbar funktioniert hat. Am Ende haben sich unsere Überlegungen vor dem Kauf also im Großen und Ganzen bestätigt: Im Winter knapp 140-180km mit dem 50er Akku fahren und dann in einer Pause wieder auf 100%. Mit den Kindern im Fast Food Restaurant lädt er locker über 80%. Der Akku ist ja durch die Fahrt ausreichend warm. Damit sind 400km im Winter mit einer längeren Pause realistisch. Das hat sich jetzt in der Praxis bestätigt und reicht uns aus. Im Sommer wollen wir in 2 Tagen in Frankreich bei voller Beladung 1200 km schaffen. Wir haben uns also gedacht: Wir haben das Auto zwar mehr für die Freizeit gekauft, aber Langstrecken von mehr als 200km machen wir so wenig im Jahr, dass wir mit dem kleinen Akku und den notwendigen Ladepausen gut leben können - vor allem, wenn man kleine Kinder hat.
Der kleine LFP Akku ist schon schwer genug. Das Fahrgefühl im leeren Zustand fühlt sich gut an, aber man merkt das Gewicht natürlich in Kurven und so. Bin mal gespannt, wie es sich erst im Sommerurlaub mit vollem Kofferraum anfühlt. Dieses Volumen war eines der wichtigsten Gründe für die Kaufentscheidung. Unser alter Zafira A bot tatsächlich 15 cm mehr Tiefe. Die Berlingo Klasse hat aber einen breiteren Kofferraum und natürlich auch mehr Luft nach oben. Um diese Höhe ausnutzen zu können, haben wir ein professionelles Netz gekauft, um die Ladung fixieren zu können. User alter Zaria war da tatsächlich besser. Zum Lieferumfang gab es ein Trennnetz, welches man hinter der Rückbank verspannen konnte. Das gibt es wohl aus Metall für die Nutzfahrzeugvariante, aber in unserem Verso City gibt es keine Halterungen. Unser Netz ist sicherlich leichter.
@Petrus Ja, den PV hatten wir auch im Blick. Der war uns aber am Ende zu groß. Wir wollten noch in die meisten Tiefgaragen einfahren können und auch unser TG-Stellplatz hat bedingt durch Säulen und einem Tor Abmessungen aus den 70ern. Da hat man dann am Ende nicht viel Auswahl.
Der Fahrspaß mit so einem E-HDK ist nicht zu unterschätzen. Es ist das praktische Familienauto, was wir uns vorgestellt haben. Ladepunkte gibt es wirklich genug. Das wussten wir vorher und es hat sich in der Praxis bestätigt. Leider funktioniert es nicht immer und man muss dann doch etwas flexibler sein, was auf der Langstrecke vor allem Zeit kostet. Wir sind auch nicht bereit jeden Preis zu zahlen. Das Thema Ladepreise ist bekanntlich eine Sache für sich. Aber die Infrastruktur habe ich in den Bundesländern NRW, Hessen, BaWü, Bayern, Saarland und RP bisher als vollkommen ausreichend empfunden. Ich musste vor kurzem alleine mit meinem Kindern zu einer Beerdigung ins Allgäu fahren. Da habe ich gar keine Ladeplanung gemacht. Sobald meine Kinder eine Pause machen wollten, bin ich einfach von der Autobahn runter gefahren, weil ich wusste, dass es da ein Industriegebiet gibt. Und oh Wunder, es gab Tesla, EnBW und noch zwei weitere Anbieter.
So, das war jetzt ein sehr spontan geschriebener Praxisbericht mit unserem Toyota Proace City Verso. Wir sind in den 3 1/2 Wintermonaten von Heidelberg aus über 3000 km gefahren: Bochum, Allgäu und Saarland plus Pendeln zur Arbeit.