Jetzt noch einen NV200 kaufen?!

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Hasagpolar

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Hallo zusammen.
Bin auf der Suche nach einem Nachfolger für meinen VW Bus T5.
Etwas kleineres mit geringeren Betriebskosten soll angeschafft werden.
Leider wurde ich beim aktuellen Berlingo Kangoo & Co nicht wirklich warm.
Mir wurde ein Evalia Premium JG 2015 mit ca 82 000 km Diesel 110 PS angeboten.
Soll ich doch noch,in so ein relativ altes Fahrzeugkonzept investieren?!

Grüsse aus der Schweiz
 
muurikka

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Hätte ich keine Bedenken, habe letzten Monat selbst nen 2017-er gekauft und meinen 2010-er an meinen Nachbarn verkauft.
 
odfi

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Soll ich doch noch,in so ein relativ altes Fahrzeugkonzept investieren?!
Das dürfte eher eine moralische/ideologische Frage sein, denn sachlich ist es eigentlich klar - es gibt keine vergleichbare Alternative zum NV200. Wenn Du nen kleinen Bus mit viel Platz suchst, ist das das einzige Auto. Und da es das nicht als vernünftiges e-Auto gibt (und nein, eNV200 ist ne Frechheit und keine Alternative), wird es wohl dabei bleiben.
 
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schwanthaler

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Da ich meinen Evalia gerade verkaufe und einen größeren e-Spacetourer nehme, kann ich dir eine Einschätzung von der anderen Seite geben, vor allem wenn dich das ökologische interessiert. Wegen dem ganzen Technikkram hätte ich nie gewechselt und von den Kosten her erst Recht nicht. Ich war superzufrieden mit meinem kleinen Evalia und er war tatsächlich die perfekte Größe. Ich habe die Kosten mal für die nächsten sechs Jahre berechnet (inklusive Steuer, Wartung, geschätzte Reparaturen, HU, Restwert - wirklich alles) und komme auf jährlich:

### jährliche Kosten für sechs Jahre

Evalia Diesel behalten: ~2400€
Evalia Diesel wenn es ihn neu gäbe: ~2200€
e-NV200 ~4400€ (hoher Wertverlust durch fehlenden CCS-Stecker)
gebrauchter eNV200 (28000€) ~3700€
e-Zafira/e-Spacetourer/eTraveller ~3500-4000€
eRifter/eCombo/eBerlingo etc ~3200€

Der eRifter/eCombo/eBerlingo fiel für mich aus, da die Reichweite zu niedrig ist, der Raum etwas weniger und die nicht ausbaubaren Sitze beim Camping extrem stören. Mit mehr als 300km Papierreichweite gibt es nur den 75kwh e-Zafira/e-Spacetourer/eTraveller.

### CO²-Bilanz:
Evalia Diesel Verbrauch pro Jahr:
10.000km = 650l = 2,1t

Sparsames E-Auto (z.B. Berlingo 17kwh/100km)
10.000km = 1700kwh = 0,4t


Weniger sparsames e-Auto (z.b. e-Spacetourer 26kwh/100km)
10.000km = 2600kwh = 0,65t

hinzu kommt die Batterieproduktion:
75kg - 120kg CO2eq/kWh

-> 75kwh-Batterie = 5,6t - 9t
-> 40kwh-Batterie = 3t

Nach ca. 2 Jahren lohnt sich das für das Klima, wenn man nur die Batterie berechnet, für den Neukauf vs. Gebrauchtfahrzeug dauert es ca. 4 Jahre.

### Nachteile Elektroauto
- Reichweite max. 300km, dann ~45min laden. Für mich kein Thema, da ich das Fahrzeug nur im Urlaub nutze und nach 300km eh gerne Pause mache.
- hohe Stromtankkosten auf der Autobahn, umgerechnet auf Dieselpreise schwanken die zwischen
0,91 und 2,98€ pro Liter, im Schnitt wohl eher 1,50 - 2,40€. Billig ist ein e-Auto nur daheim.
- supernervige Rechnerei für die richtigen Strom-Ladekarten (ich komme auf ca. 3-5 Anbieter, die ich benötige)

### Vorteile Elektroauto
- Standheizung
- stinkt nicht nach Diesel
- weniger Ärger mit Reparaturen

Dazu kommen einige Vorteile (mehr Platz, modernere Technik, leiser Innenraum), die aber nur an meinem Klassenwechsel liegen.

Am Ende Fazit für mich persönlich: eSpacetourer statt Evalia Diesel ist dann eine gute Alternative, wenn man jeden Tag fährt und daheim lädt (z.B. mit Solaranlage), wenn man das Auto möglichst lange mit möglichst vielen teilt (das wird mein Modell) oder wenn man bereits alle anderen CO²-Sparmaßnahmen ausgeschöpft hat (Heizung, Fleischkonsum, Reisen, Kleidung). Ansonsten sparst du ca. 1,5t im Jahr ein und zahlst dafür 800-1600€ im Jahr, was aktuell nicht die wirtschaftlichste Möglichkeit ist, das Klima zu schonen.
 
ManniSpall

ManniSpall

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Screenshot_2021-11-26-17-46-44-056_com.android.chrome.jpg Welchen niedrigen CO² Mondwert setzt Du an pro kWh? Laut Statista für 2020 366g/kWh.
Und 300km zwischen 2 Ladestops sind illusorisch.
Laut dem Reichweitenrechner auf E-Autofahrer 220km zwischen 0% und 100% bei 20°C und 120km/h auf der Autobahn. Davon 60% (Ladefenster 20-80%) sind 132km zwischen 2 Ladestops. Viel Spaß....
 
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schwanthaler

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Für die Batterieproduktion:
75kg - 120kg CO2eq/kWh konservativ geschätzter Bereich für 2019 nach dieser Metastudie:
Daniele Stampatori: Li-Ion Batteries: A Review of a Key Technology for
Transport Decarbonization, S.15
Li-Ion Batteries: A Review of a Key Technology for Transport Decarbonization

Für den getankten Strom:
2020 EU-Strommix 226g/kwh, da ich das Auto wie gesagt im Urlaub nutze. Bilanz wird sich aber zügig verbessern.
Energie in der Europäischen Union: Zahlen und Fakten - Weltenergierat

Bei der Reichtweite will ich nichts beschönigen, stimmt schon, 300km ist Maximum bei LKW-Geschwindigkeit, da erreicht man das. Aber klar, es geht über 10 Jahre auch Reichweite (ca. 20%) verloren und im Winter kommt Heizung dazu. Das sind Opfer für 1,5t Einsparung, die nicht zu jedem passen.
 
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ManniSpall

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Wird sich zügig verbessern? Wenn Frankreich und die Ostländer mehr Atomstrom produzieren vielleicht.
 
ManniSpall

ManniSpall

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Ich bekomme immer die Pocken, wenn ich den Mist lese von wegen 0g/km, wenigstens lügst Du Dir nicht ganz so in die Tasche... Und Studien sagen immer das aus, was der Auftraggeber hören möchte ;-)
 
ManniSpall

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Das ist nur bedingt richtig. Für den Stromkunden ist Atomstron sehr günstig einzukaufen. Die Folgekosten werden dann "vergesellschaftet" und fallen dem Steuerzahler zur Last.
 
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OmmaEva

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Warum vergessen alle bei der Umweltbilanz, dass auch andere Faktoren beim e wegfallen, die CO2 ersparen:
- Förderung von Erdöl
- Raffinierung von Erdöl zu Diesel
- Transporte zu Raffinerien
- Transporte nach Europa bzw ins Zielland (interessanter Funfact dazu: CO2 Ausstoß auf Weltmeeren wird nicht berücksichtigt!)
- Transporte in die Tankstellen
- Betrieb und Ausstattung der Tankstellen an sich

PS: ich habe auch den Evalia Diesel, die Reichweiten des e sind noch zu ungünstig.
 
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