Erster Einsatz für das Vaude Drive Van - Holländischer Minicamping an der Elbe

Diskutiere Erster Einsatz für das Vaude Drive Van - Holländischer Minicamping an der Elbe im Urlaub / Reisen Forum im Bereich ---> Community; Seit 12 Jahren campe ich mit meinem Dacia, und in den letzten Jahren habe ich bei Regen eine Plane an die Reling gespannt. Wenn ich vor Ort...

  1. #1 baba jaga, 25.09.2021
    baba jaga

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    Seit 12 Jahren campe ich mit meinem Dacia, und in den letzten Jahren habe ich bei Regen eine Plane an die Reling gespannt. Wenn ich vor Ort bleibe, genügt mir das als trockene Wohnraumerweiterung.
    Aber nun habe ich beschlossen, mir doch ein selbststehendes Vorzelt zu kaufen, um mit dem PKW mal wegfahren zu können, ohne die Regenplane abbauen zu müssen. Ich stehe meist auf Campingplätzen, wo das Zelt dann außerdem noch meinen Stellplatz für andere als „belegt“ markiert.
    Dieses Zelt soll möglichst schlicht sein, ohne Boden, und prima wäre Stehhöhe. Davon gibt es gar nicht so viele, oder täusche ich mich?
    Ich bin schließlich beim Vaude Drive Van gelandet. Das Packmaß verkraftet mein Dacia noch ohne Dachbox, und wenn ich das Video vom Aufbaue sehe, denke ich, dass ich es gut alleine aufbauen kann.
    Ich habe das Zelt nicht live gesehen, aber ich gehe davon aus, dass die Qualität bei Vaude ok ist.
    Rechtzeitig vor meiner Urlaubswoche Ende August kommt das erwartete Paket an :)

    Nächste Frage: wohin exakt mit dem Zelt im Dacia?
    60 x 30 cm sind nun wirklich ein kleines Packmaß für 10 qm Grundfläche bei Stehhöhe. Aber 60x30 sind 60x30. Und irgendwo müssen die hin.
    Stangen und Plane getrennt verpackt macht mich flexibler, und in meinem Fundus finde ich sogar noch einen Packsack von einem nicht mehr vorhandenen Schlafsack, in den ich die Plane platzsparend eintüten kann.
    Wenn es zu eng wird im Auto, habe ich zu wenig Platz – oder zu viele Sachen!
    Die Isomatte, die ich immer mit mir rumschleppe (nein, ich schleppe ja nicht wirklich), habe ich in den letzten Jahren höchstens 5x gebraucht, wenn ich mal auf einer feuchten Bank gefrühstückt habe. Dafür genügt auch ein Stück Isomatte, das unter meinen Po passt, eine ganze Rolle ist nicht nötig und statt der Isomatten-Rolle hinter dem Sitz ist nun genau Platz für die aufgerollte Zeltplane.
    Das Gestänge will ich zuerst hinten in einer Ecke festbinden, aber es stört mich dort.
    Es passt auf der Beifahrerseite in den Fußraum, neben die Kühlbox. Wenn ich eine kleinere Kühlbox hätte…
    Vor dem Urlaub habe ich mir noch schnell eine Kleinere gekauft. Ich war sowieso schon lange der Meinung, dass meine Kühlbox eigentlich zu groß für mich ist… ;-)
    Und die Farbe der neuen Kühlbox gefällt mir auch viel besser als das typische Kühlboxenblau.

    Der Urlaub rückt näher und die angekündigten Regentage schwinden mit jedem neuen Blick auf die Wetterkarte dahin, wenigstens der Donnerstag scheint noch feucht zu bleiben.
    Ohne Not will ich ja schließlich auch nicht diesen Palast aufbauen...


    Sonntag, 22. August
    Für die paar freien Tage will ich nicht weit fahren, gerne mal wieder ins Wendland; einfach draußen sein und die Seele baumeln lassen.
    Tatendrang: gering
    Chill-Potential: hoch
    Im Internet habe ich einen Minicamping auf einem alten Bauernhof gefunden, direkt am Elberadweg. Ich habe den Eindruck, er wird von Holländern geführt, denn die website erscheint auf holländisch, „für deutsch hier klicken“.
    Da will ich hin!

    DSC00858.JPG

    Gegen 17 Uhr bin ich am Campingplatz. Es sind wirklich Holländer, wie ich es vermutet habe, und es ist hier wie auf einem holländischen Bauernhof-Camping: alles ganz schlicht aber liebevoll und praktisch.
    In der Scheune ist ein Aufenthaltsraum mit allem was man braucht zum Leben: Spüle, Kochplatten, Wasserkocher, Kühlschrank, Waschmaschine, und in dem alten Küchenschrank, dessen Türen nicht mehr richtig schließen, gibt es ein buntes Sammelsurium an Geschirr und Kochtöpfen. Auf dem zusammengeschusterten Holztisch, der ein bisschen wackelt, steht eine Sonnenblume in einer Weinflasche.

    IMG_20210825_130014_359ab.jpg

    Auf der Wiese Richtung Elbe (die natürlich durch den Deich von uns getrennt ist) stehen drei kleine Zelte neben Fahrrädern und ein etwas größeres Zelt neben einem alten Mercedes.
    Ich stelle mich mit meinem Dacia in die hinterste Ecke, direkt an den Zaun zur Pferdeweide mit den großen Eichenbäumen. Wenn ich dann aus meinem Schlafwagen aus dem Seitenfenster schaue, könnte ich denken, ich stehe irgendwo in der Wildnis am Waldrand.
    Es ist super hier! Genauso habe ich mir das gewünscht! :)
    Es ist noch schöner, als Wildcampen, denn ich habe Clo und Dusche und nachts habe ich kein mulmiges Gefühl.

    DSC00851a.JPG
    Abendlicher Blick aus dem Seitenfenster, allerdings zwei Tage später, bei Sonnenschein


    Mittwoch, 25. August
    Für heute Abend ist endlich Regen gemeldet!
    Nach dem Frühstück bin ich alleine auf dem Campingplatz, die Elberadwegradler sind weiter gezogen, und nun fange ich an, das neue Zelt aufzubauen.
    Im Internet habe ich mir bestimmt 10 x das Video zum Aufbau angesehen und mir dann Stichpunkte auf einen Zettel geschrieben mit der empfohlenen Reihenfolge.
    Zuhause im Garten habe ich es vor dem Urlaub einmal probiert, da war es völlig windstill. Hier bei Wind ist es etwas schwieriger. In einer bestimmten Aufbauphase muss ich das Zelt während einer Böe Mal eine Minute einfach festhalten, bis ich dann die ersten Heringe einschlagen kann. Es empfiehlt sich, die Heringe vorher schon an Ort und Stelle bereit zu legen und den Hammer. Aber ansonsten ist es wirklich kein Problem, das Zelt alleine aufzubauen.
    Wenn die drei Bögen angebracht sind, kann man die fertige Kuppel auch Stück für Stück noch versetzen, bevor man die Heringe einschlägt.
    Falls es nicht zu windig ist. Dann nämlich wandert das Zelt woanders hin, als wo man möchte…
    Heute ist es windig und ich bin dankbar über diese etwas schwierigeren Voraussetzungen beim ersten Einsatz im richtigen Leben. ;-)
    Am Ende muss ich einige Heringe neu fixieren und ein bisschen nachspannen, damit es symmetrisch steht.
    Ich bin total happy :rund: Ein toller Palast! Hier, wo genug Platz zum Aufbau ist (im Gegensatz zu der kleinen Wiese hinter den Garagen bei mir zuhause) ist das Vaude Drive Van gar nicht zu groß, sondern einfach ein toller Luxus! Ich kann drin stehen und komme gerade so oben dran, wenn ich die Arme hoch recke. Zum Hochbinden des Eingangs darf man allerdings nicht viel kleiner sein, als ich (178 cm), um die Knebel einzuhaken…
    Wenn ich unter der Kuppel an meinem kleinen Tisch sitze, fühle ich mich überhaupt nicht eingeengt, und mein Fahrrad passt auch noch dazu.
    Mit mehr Übung und ohne Wind ist es alleine bestimmt in 15 Minuten aufgebaut. Bis ich heute zufrieden vor meinem Bauwerk stehe, dauert es über eine Stunde, mit Kennenlernen aller Details und Raffinessen, und dem Genießen des durchdachten Systems.

    DSC00875.JPG

    Regen ist erst ab 18 Uhr gemeldet und ich fahre mit dem Dacia noch Mal los, zu den Stixer Dünen, die kenne ich noch nicht. Unterwegs denke ich: was pfeift so komisch im Wind am Auto? Und sehe im Rückspiegel, dass ich vergessen habe, den Zettel mit den Stichpunkten zum Zeltaufbau abzunehmen, den ich mit den Neodyms an die Karosserie geheftet habe. So gut halten die Magnete!
    Ich wandere den empfohlenen Weg hoch zur Stixer Düne. In Klein Schmölen ist mehr Sand. Aber hier ist es auch schön.
    Doch ich bin ganz unruhig, mein neues Vaude alleine auf dem Campingplatz zurückgelassen zu haben. Es kennt noch keinen Sturm! Ob es standhält? Ich male mir die schlimmsten Szenarien aus…
    Ich habe keine Ruhe und drehe nur eine kleine Runde, dann fahre ich wieder zurück zum Campingplatz. Das Vaude steht noch wie 'ne Eins :)


    Donnerstag, 26. August
    08:17 Uhr, ich will gerade meinen Frühstückstisch decken, da fallen Regentropfen. Ich wollte „draußen“ frühstücken, den Kaffee habe ich mir schon in der Scheunenküche aufgebrüht. Nun ist der Regen, den ich so oft verflucht habe, kein Problem mehr: ich trage flugs Tisch und Stuhl in meinen Palast und freue mich des Lebens und des Campens. :)

    DSC00877 anonym.JPG

    Es war nur eine kurze Regenwolke, aber ohne Zelt hätte sie mir alles ziemlich verdorben. Ich bin so happy: so habe ich mir das gewünscht! Ich genieße die Tropfen auf der Zeltplane (heute ohne Wind). Und nach dem kleinen Regen kann ich auch alles einfach wieder nach „draußen“ tragen.
    Ein letztes Hallo zu den Niederländern und dem Sachsen, sie haben alles verpackt und radeln weiter. Nun bin ich wieder alleine in dieser einsamen Idylle.

    IMG_20210825_125737_562.jpg
    Irgendwie erinnert mich der Anblick des Vaude aus der Ferne an die alten Bunker mit Luke im ehemaligen Truppenübungsplatz...


    Freitag, 27. August
    Heute ist der Himmel einfach nur grau.
    Ich sitze im Vaude, der Regen prasselt auf das Zelt, ich beobachte die Wassersäcke, die sich bilden und nach einer Weile klatschend ablaufen.
    Es ist kalt und ich wickele die Fleecedecke um die Beine, den Poncho ziehe ich über die Jacke an.
    Das sind die Tage, an denen ich Autocamping eigentlich etwas beschissen finde. Hier am CP ist zwar auch ein Raum zum Aufenthalt bei Regen, aber so ein Dach ganz nahe am PKW ist schon was Feines!
    Das Vaude Drive Van ist dazu gedacht, mit dem PKW ganz nah ran zu fahren und einen Überwurf am Auto festzumachen, am Heck oder an der Seite, so dass man ganz im Trockenen ins Zelt gelangt. Das habe ich jetzt nicht gemacht. Ich habe den „dreieckigen“ Eingang hochgebunden, das ist dann nur ein kleiner Eingang und die zwei Schritte im Regen bis zum Auto verkrafte ich.
    Ich kann alles dicht machen, dann ist es wie ein Kuppelzelt. Es ist aber groß genug, so dass ich bei Regen drin sitze, weiter hinten, den Eingang hochbinde und rausgucke und es regnet nicht auf mich.
    Als der Regen nachlässt, experimentiere ich ein bisschen; ich will testen, wie es ist, wenn ich mit dem PKW nah am Eingang stehe und seitlich aus der Türe praktisch direkt ins Zelt trete. Beim Hochbinden des Eingangs läuft mir prompt Wasser in den Jackenärmel, das sich irgendwo gesammelt hatte. So habe ich mir das gewünscht: das Zelt im Einsatz testen! :lol:

    IMG_20210827_103550_647 anonym.jpg

    Und wie das nasse Raumwunder nachher verstauen? Nun habe ich das Problem, das ich vermeiden wollte, als ich vor 15 Jahren vom Zelten aufs Auto Camping umgestiegen bin…
    Es geht aber viel besser, als ich es gedacht hatte! Der Regen hört auf und an diesen neuen tollen Materialien haftet nur noch wenig Wasser, nachdem ich die Planen abgeschüttelt habe.
    Die Stangen verstaue ich eh separat, und das Zelt passt nun gut in den Original-Packsack (nicht in den knappen zweckentfremdeten Schlafsackbeutel). Ich fahre heute nach hause, da zählt nicht mehr jeder cm³ und ich kann etwas großzügiger packen.
    Zuhause werde ich das Zelt im Wäscheschuppen über die Leine hängen, falls es morgen auch noch so viel regnet und ich es zum Trocken nicht aufbauen kann.


    (Und wer den ganzen Reisebericht lesen möchte, und nicht nur die Passagen über das Vaude, klickt sich ins Camping-Forum)
    [Deutschland] Holländischer Minicamping an der Elbe – erster Einsatz für das Vaude Drive Van (HDK) - Forum Campen.de


    Gruß aus Wald und Heide - Petra
     
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  2. #2 hal23562, 25.09.2021
    hal23562

    hal23562 Mitglied

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    :moin: Petra,
    einen wirklich schönen Bericht hast du da geschrieben! Danke dafür und auch für den ergänzenden Link ins Camping-Forum. :danke::dafuer:.
    Dein Zelt als Nebenunterkunft ist eine interessante Variante und ähnliches habe ich auch schon bei Christiane mit ihrer Quechua-Kuppel kennen gelernt. Gerade für längere Campingaufenthalte eine gute Lösung.

    Gruß aus HL - Hartmut
     
  3. #3 baba jaga, 27.09.2021
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    baba jaga Neues Mitglied

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    Mein Dacia MCV 1 ist ja nicht wirklich ein HDK sondern eher ein Niedrigdachkombi... Da wird's bei Regen schon eng.
    Die Plane an der Reling als kleines Vordach ist da schon mal eine Hilfe, aber das freistehende Zelt ermöglicht es, mit dem PKW einfach mal wegfahren zu können.
     
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