Unfallbericht

Dieses Thema im Forum "Fun / Off Topic / SmallTalk" wurde erstellt von Big-Friedrich, 11. Januar 2008.

  1. #1 Big-Friedrich, 11. Januar 2008
    Big-Friedrich

    Big-Friedrich Moderator
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    Hallo, kennt ihr diese kleinen Geschichten / Berichte, wo man beim lesen eigentlich schon den gesamten Text kennt und man am Ende doch heftig überrascht wird?

    Ich habe mal wieder in alten Kanu-Magazinen gestöbert und bin auf einen Unfallbericht gestoßen, den ich bisher wohl überlesen habe.

    Ist schon heftig... :mhm:


    November 1997
    Ocoee River, Tennesse
    Eine Gruppe ist an diesem kalten Tag auf einem WW III-Abschnitt unterwegs. Alle paddeln seit vielen Jahren, sind jedoch auf dem mittelschweren Ocoee an den Grenzen ihrer Möglichkeiten.
    M. zeigt nach zwei Schwimmern erste Anzeichen einer leichten Unterkühlung. Ein anderes Gruppenmitglied, ein Arzt, hilft M die Spritzdecke zu schließen, die dieser wegen seiner kalten Hände kaum halten kann. In der nächsten Stelle kentert M. wieder. Nach zwei missglückten Rollversuchen erwarten seine Freunde ihn neben dem Boot auftauchen zu sehen. Aber etwas stimmt nicht. Offentsichtlich kann M. die Spritzdecke nicht öffnen. Seine Hand taucht neben dem Boot auf. Ein Kamerad paddelt heran, außerdem springt der Arzt aus seinem Boot und schwimmt zu M. Gemeinsam wird M. aufgerichtet. Die Spritzdeckenschlaufe ist im Cockpit eingeschlossen. M. ringt nach Atem und hält sich am Boot seines Mitpaddlers fest, während der Arzt bei den Kajaks im Wasser treibt. Eigentlich sollte der Unfallbericht hier enden.
    Doch es ist noch nicht vorbei. Die drei nähern sich der nächsten Stromschnelle, doch die Spritzdecke lässt sich auch mit Hilfe von außen nicht öffnen. Kurzentschlossen zieht der Arzt sein Messer und schneidet die Decke auf. Dabei durchtrennt er die Oberschenkelschlagader von M.
    Dieser verblutet, während seine Kameraden ihn ans Ufer transportieren...
     
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  3. cte317

    cte317 Mitglied

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    Drum sind die sogenannten Kajakmesser stumpf und haben eine kurze, nach innen gebogene Klinge (wie ein Maronimesser). Grund: man will ja nur die Spritzdecke(die man mit einem stumpfen Messer leicht durchstossen kann, da aus Neporen oder Kunststoffgewebe) aufschlitzen.

    Raftingmesserhingegen sind spitz, da man im Notfall dass Raft aufstechen muss...

    2 Sportarten, die so nahe beinander liegen und dann solche Unterschiede...

    lg

    christoph

    ps: neuere Spritzdecken haben auch meist keine Schlaufe mehr, sondern ein Band quer drüber.
    Andere Spritzdecken haben einen Stab von links nach rechts, sodass man die Spritzdecke mit dem Oberschenkel vom Boot reisst, wenn man die Füsse anzieht.

    pps: aber es ist nicht zu unterschätzen, wie sehr es einem die Kräfte raubt, wenn man bei einem 5 Grad warmen Wassen kentert - einerseits der Schock/Stress für den Körper (trotz Neopren) , man ist plötzlich im Eiskalten, das Wasser zerrt an einem mit irrer Wucht herum, man ist selbst beschäftigt, so schnell wie möglich auszusteigen und den Kopf nach oben und die Füsse nach Vorne zu bringen. Boot und Paddel lässt man sowieso am Besten gleich fahren, das klauben die Kumpels zusammen.
    Ja eigentlich gibt es kaum was antrengenderes...
    Wenn man dann nachher wieder drinnen sitzt, ist alles nass und schwer, selbst spürt man die Muskeln ziemlich und muss sich erst mal psychisch und physisch wieder fangen. Wenn man dann nocheinmal hineinplatscht, nehmen die Kräfte potentiell ab. Dann braucht man sicher eine längere Pause.

    pps: und wenn man im Boot mit dem Kopf nach unten treibt, hat man keine Ahnung, was gerade mit einem passiert/wie man herumtreibt.
    Ich habe einmal nach 2 vergeblichen Eskimotierversuchen beschlossen, doch lieber auszusteigen um nicht mit dem Kopf gegen einen Felsen zu knallen, nur um dann festzustellen, dass es mich eh in ein ruhiges Kehrwasser getrieben hatte...


    Aber es ist ein wunderschöner Sport. Nur rächt sich jede kleine Selbstüberschätzung sofort...
     
  4. #3 Big-Friedrich, 11. Januar 2008
    Big-Friedrich

    Big-Friedrich Moderator
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    Hi!

    Ich "GLAUBE", ich hatte bisher nur Spritzdecken, die so einen Stab in der Mitte hatten.
    Ich brauchte also nur die Knie nach oben ziehen und war frei.
    Durfte ich oft schon testen bei zahlreichen gewollten und ungewollten Kenterungen.

    Jedoch habe ich nie genau darauf geachtet. Wenn ich so recht überlege, habe ich nicht einmal auf die Schlaufe geachtet. Traurig...
    Das wird sich jetzt ändern. Ich werde zwangsläufig jedes Mal an diese Story denken, wenn ich die Spritzdecke schliesse. Auch wenn ich noch kein WW fahre.....
     
  5. Anonymous

    Anonymous Guest

    Tja, Big-F, dann solltest du dir den Spass gönnen und sich einmal so richtig durchspülen lassen.
    Bei "richtigen WW" darf die S-Decke nicht einfach aufgehen, sondern sitz sehr stramm auf dem Sühlrand.
    Je nach Schwierigkeitsgrad sollte das Austeigen die letzte Variante des Rettungsversuches sein. Eher rollen bis einem Schwindelig wird :mrgreen:

    Kleiner WW-Kurs ( Hohenlimburg oder woanders) macht riesig Spass....
    ....auch den Ausbildern
     
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