Kurzstrecken und DPF

Dieses Thema im Forum "Nissan NV200" wurde erstellt von helmut_01, 8. August 2014.

  1. #1 helmut_01, 8. August 2014
    helmut_01

    helmut_01 Mitglied

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    Hallo, liebe NV200 (Diesel)-Piloten, mittlerweile gibt es ja sicherlich schon einige, die mit dem Diesel (bei Kurzstreckenbetrieb) schon länger Erfahrung haben. Hattet ihr je Probleme (Notlaufprogramm, notwendige Filterreinigung in der Werkstatt) mit dem Dieselpartikelfilter, wenn für einen längeren Zeitraum Kurzstrecken gefahren wurden? Ich möchte mir vielleicht einen Evalia dCi110 zulegen (wenn nächste Woche die Probefahrt gut ausfällt), habe aber noch etwas Bedenken, da ich häufig (sehr) kurze Strecken fahren muß (bis zu 5 km) und nur etwa alle 14 Tage eine Strecke >100km fahren werde. Mir ist bekannt, daß der dCi in diese Richtung weniger anfällig ist, da dieser Renault-Motor nicht wie die meisten CR-Diesel zur Temperaturerhöhung Kraftstoff in den Brennraum einspritzen, sondern hier durch eine fünfte Düse Kraftstoff in den Abgasstrang eingespritzt wird. Dies hat den Vorteil, daß z.B auch im Stadtverkehr höhere Abgastemperaturen (zur Filterregeneration) erreicht werden und zusätzlich das Problem der Ölverrdünnung (durch zusätzlich eingespritzten Diesel) nicht auftaucht. Allerdings merkt man es vermutlich nicht, wenn gerade eine Filterregeneration läuft (höchstens am höheren Momentanverbrauch im BC) und so wird im Kurzstreckenbetrieb wohl des öfteren eine gerade laufende Filterregeneration beim Abstellen des Motors abgebrochen.

    Ich würde mich freuen, wenn mir der eine oder andere seine Erfahrungen mit dem dCi-Motor mitteilen könnte und bedanke mich dafür im voraus ganz herzlich!

    Viele Grüße und ein nettes WE
    Helmut
     
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  3. Stefan

    Stefan Mitglied

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    Mittlerweile bin ich 3000 km gefahren, überwiegend über die Woche zur Arbeit, das sind jeweils 12 km einfach. Zwischendurch waren auch einige längere Touren dabei. Bisher hatte ich damit keine erkennbaren Probleme.
    Nun wird sich erst in der kälteren Jahreszeit zeigen ob das so bleibt. Muss halt regelmäßig mal eine etwas längere Strecke eingeschoben werden.

    Sicher hat auch die Fahrweise einen gewissen Einfluss. Weniger Kraftstoffverbrauch ist ja, zumindest theoretisch ..., mit weniger Ruß verbunden. Ich bin da eher der zurückhaltende Fahrer und fahre auf der Landstraße meist bei max 90 km/h.
     
  4. gaudente

    gaudente Mitglied

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    Lange vor dem Kauf hatte ich mich ausgiebig mit dieser Problematik beschäftigt, da mein einfacher Arbeitsweg auch nur 5km beträgt. Mit bisher ca. 8000km hatte ich noch keine Probleme. Den Kraftstoffverbrauch konnte ich seit der letzten Tankung erheblich reduzieren, bis dato lt. BC 6,0 - 6,3l - jetzt 1l weniger, fahre auch auf Autobahnen nur bis 120-130km/h. Selbst nach dem Tanken schaffte ich 1x < 5l im Stadtverkehr. Es ist natürlich schwer mit niedriger Drehzahl (1800 - 2000 U/ min) zu fahren. Mit etwas Übung, Geduld und vorausschauender Fahrweise kann man den Verbrauch drastisch reduzieren. Klar, wer es spritziger gewohnt ist, fährt anders und schaut nicht auf das was "hinten" rauskommt.
    Am WE kommen auch schnell mal 800km (Alpen) zusammen, ... da pustet's alles frei und das bei einem Verbrauch von 6,0l. Für mich war der Umstieg von 90Ps Benziner auf 110Ps Diesel ausreichend, doch etwas gewöhnungsbedürftig.
    Auf das Fahren im Winter bin ich gespannt, da werde ich auch weniger mit dem Rad zur Arbeit fahren, umso öfter die Kurzstrecke mit dem Auto.
     
  5. #4 Fischotter, 8. August 2014
    Fischotter

    Fischotter Mitglied

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    Hallo,
    kann nur was dazu schreiben wie es bei meinem Caddy und DPF war. Ich bin in 5 Jahren ca. 60tkm gefahren und davon sehr viele Kurzstrecken. Probleme hatte ich mit dem Filter nie, da ich zwischendurch auch mal Strecken gefahren bin, wo ich 120km/h auf längere Strecke oder für 20minuten fahren konnte. Ein Problem hatte ich nur mit dem Differenzdrucksensor. Der hat nach 50tkm den Geist aufgegeben, Beim Händler hat mir der Techniker gesagt, dass die Dinger nur so 50tkm halten.

    Ciao

    Peter
     
  6. #5 Schrankwand, 8. August 2014
    Schrankwand

    Schrankwand Mitglied

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    Grundsätzlich gibt es heute 2 verschiedene Systeme der Partikelfilterregeneration.
    Es gab und gibt noch andere, z.B. mit einer Harnstoffeinspritzung aus einem Extratank,
    gerne bei Citroen, aber auch teilweise bei VW verbaut. Diese Technik ist aber kaum noch
    verbreitet weil kompliziert und mit Zusatzkosten (nachfüllen und Material) behaftet.

    Ausgelöst wird die Regeneration meistens durch einen Differenzdrucksensor im Abgasstrang,
    Einfacher ausgedrückt, es wird die Sättigung des Filters gemessen - Prinzip Staubsaugerbeutel
    ist voll. Wird ein bestimmter Schwellwert überschritten wird Kraftstoffdampf kurz vor dem
    Filter (Katalysator) eingespritzt und durch die höhere Temperatur wird der Ruß verbrannt und
    zu CO2 umgewandelt. Vorteil ist der günstige Preis und praktisch keine Ölverdünnung, weil
    die Abgastemperatur außerhalb des eigentlichen Motors durch die zusätzliche Einspritzung
    erhöht wird.
    Nachteile hat das System aber auch, der Kraftstoffverbrauch ist höher und die Regeneration könnte
    effektiver sein. Es wird wohl in kürzeren Intervallen zusätzlich Kraftstoff eingespritzt wie in dem
    nachfolgend beschrieben System.
    Diese Technik ist z.B. bei französischen Modellen verbreitet. Sicher war so oder ähnlich in meinem
    Kangoo G2 Baujahr 2009 verbaut.

    Bei Fahrzeugen aus dem VW-Konzern nutzt man ein teureres geschlossen geregeltes System.
    Hier sind die Wandungen des DPF anders und hochwertiger katalytisch beschichtet.
    Schwellwerterkennung praktisch wie oben. Bei gewisser Sättigung und entsprechender
    Abgastemperatur erfolgt eine kontinuierliche Regeneration, z.B. bei Langstrecke oder Autobahn.
    Bei Kurzstrecke wird die Regeneration aktiv eingeleitet. Mehr Kraftstoff wird eingespritzt, dadurch
    erhöht sich die Abgastemperatur, zusätzlich erhöht das Motormanagement die Drehzahl.
    Dann wird das System freigebrannt. Vorteil ist die größere Effektivität und der geringere Kraft-
    stoffverbrauch über alles gerechnet. Es wird bei der Rußverbrennung auch weniger CO2 erzeugt.
    Nachteil ist der höhere Preis und ein gewisser Grad der Ölverdünnung, besonders im Kurzstrecken-
    betrieb.

    So läufts bei meinem aktuellen Fahrzeug, Skoda Yeti. Da wird vermehrt in der kalten Jahreszeit und
    bei viel Kurzstrecke alle 1500 bis 2000 Kilometer die Regeneration eingeleitet. In der BA wird darauf
    hingewiesen das man dann die "Fahrt nicht beenden sollte" was aber auch nicht immer geht.
    Stellt man das Fahrzeug ab, läuft der Prozess allein weiter (sehr interessanter Effekt!).
    Der Kühlerlüfter läuft auf höchster Stufe, aus dem Motorraum dringt starke Hitze und es riecht
    schwefelig bzw. nach verbranntem Gummi. Viele Fahrzeugbesitzer haben dann das "P" in den Augen,
    denn leider sind die Hersteller mit der Beschreibung was genau passiert sehr zurückhaltend.

    Meine Beschreibungen sind teils erlesen, teils aus der Beobachtung abgeleitet, teils das Resumeé
    aus diversen Diskussionen in KFZ-Foren.
    Mein :D hat mir z.B. dringend ans Herz gelegt ja nicht die Regeneration abzubrechen und ja immer
    auf die "gelbe Lampe" zu achten, die aber bei mir noch nie anging.
    Die "gelbe Lampe", also das Signal zur Regeneration weil Filter gesättigt ist, soll aber jenseits der
    100.000 gefahrenen Kilometer doch ab und zu beobachtet worden sein. Dann ist wohl der DPF
    gealtert und permanent teilbeladen. Die Lebenszeit des DPF soll zwischen 180 und 200.000 Km liegen,
    je nach Fahrstil und Einsatz. Muß der Filter ersetzt werden wirds teuer, es gibt aber schon Dienstleister
    die den Filter "spülen" oder wie auch immer reinigen können. Wird preisgünstiger sein.

    Ich habe diese Kilometerstände noch nie erreicht und werde es wohl auch in Zukunft nicht. Auch bei
    Langstrecken und Autobahn Vielfahrern habe ich noch nie von einem defekten Filter gehört.
    Meine Kollegen im AD schaffen in ihren 3-4 Jahren Haltedauer ca. 200 bis 240 tausend Kilometer,
    war noch nie was. Vielleicht trifft es dann den privaten Käufer eines solchen Fahrzeugs?
     
  7. Beastie

    Beastie Mitglied

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    Vielleicht noch zwei grundsätzliche Hinweise zum NV200 DPF, da Helmut ja noch keinen hat:

    1) Es gibt keine Kontrolllampe, die auf die laufende Regeneration hin weißt, allenfalls dezente Indikatoren bei leichter Verbrauchszunahme im BC .. will sagen, beim NV200 scheint es nicht sonderlich kritisch zu sein, wenn eine laufende Regeneration unterbrochen werden sollte, sonst würde man bestimmt nicht drauf verzichten, dem Fahrer eine mögliches Mitverschulden durch 'Fehlbedinung' ans Bein zu binden :)

    2) Der DPF ist Teil der verlängerbaren 5* Garantie .. also 5 Jahre / 150 000 km scheinen als realistisches Ziel nicht zu verwegen zu sein.. natürlich wäre 'Lebenslang' noch besser.. aber damit bewegt sich der DPF in Bereich normaler Motorentechnik und scheint keine Sonderstellung mehr zu haben..

    Ich hab mal geguckt, nach welcher Fahrstrecke bei meiner Blauen Evalise die 'Kalt Anzeige' verlischt ( @Helmut.. falls noch nicht aufgefallen.. es gibt beim NV200 keine Kühlwasserthermometer sondern nur eine 'Kalt - Lampe...) .. die Stelle ist bei meiner Tagesstrecke vielleicht im Winter (Garagenparker...) 500 m weiter als im Sommer... und liegt bei etwa 4 km .. da kommen dann bei mir noch ca. 26 km gemütliche Landstraße dran.. was bislang völlig unauffällig war. Bei 5 km Strecke ist allerdings zu befürchten, dass das Fahrzeug regelmässig nicht einmal Betriebstemperatur erreichen wird.. da ist ein Benziner natürlich etwas im Vorteil, den er dann auch gerne mit dem Fahrer im Winter in Form der Innenheizung teilt. (auf meiner Strecke ging beim Benziner nach ca. 2,5 km die Kalt Lampe aus..) .

    Kurzstrecke ist einfach Käse für Verbrennergetriebe Fahrzeuge.. eigentlich wäre Helmut ja ein echter Kandidat für ein E-Mobil :)
     
  8. Stefan

    Stefan Mitglied

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    Die Kalt-Anzeige verlischt bei mir übrigens bei 55 Grad Wassertemperatur. Das ist derzeit (Sommer) nach etwa 5 km Strecke der Fall.

    Hat jemand Erfahrung im Winter mit einer Kühlerabdeckung? Da strömt ja doch viel Kaltluft in den Motorraum. Der Ölkühler überdies (behauptet meine Werkstatt) hat wohl kein Thermostat.
     
  9. Maasi

    Maasi Mitglied

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    hallo helmut,

    habe jetzt etwas über 81.000 km runter und fahre (leider) auch sehr häufig ultrakurzstrecken, teils unter einem kilometer. klar ist das alles andere als optimal für den diesel - gestört hats ihn bisher nicht. läuft gut, niemals notprogramm, kein ölverbrauch. verbrauch insgesamt um 6,7 liter auf 100 kilometer (schnitt über alle fahrmodi, auch mit wohnwagen und im winter ultrakurzstrecke).
    für mich nach wie vor ein konkurenzloses fahrzeug mit unglaublich viel platz bei geringen aussenabmessungen, ausreichend leistung, vernünftigem preis und maximaler flexibilität für reisen, familie, hausbau etc...

    gruß von maasi
     
  10. kiwi05

    kiwi05 Mitglied

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    Ich habe eine Verständnisfrage zum Ausbrennen des DPF:
    Wird dieser bei geeigneten Bedingungen/Temperaturen permanent ausgebrannt oder füllt sich dieser bis zu einer gewissen Durchflußminderung und dann wird das Ausbrennen eingeleitet?
    Und wie kann ich merken, daß ein zwangseingeleitetes Ausbrennen auch bis zum Ende durchgeführt wurde?
     
  11. skip

    skip Mitglied

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    zweiteres.
    Meines Wissens gar nicht.
    VG
    skip
     
  12. kiwi05

    kiwi05 Mitglied

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    Wenn ich also mit meinen täglichen 2x35km zur Arbeit tuckere und der DPF ist noch genügend durchlässig, fahre dann 500km Autobahn und der Durchfluß wird erst bei meiner täglich Tour zur Arbeit zu gering, hat mir die Autobahnfahrt zum DPF Ausbrennen gar nichts gebracht :confused:
     
  13. skip

    skip Mitglied

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    35km fällt in meinem DPF-Verständnis schon unter Langstrecke ;-)
     
  14. Stefan

    Stefan Mitglied

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    Ich habe nach 1 und 1/4 Jahr keinerlei Probleme feststellen können. Täglich 2 x 12 km zur Arbeit und ab und an auch mal längere Strecken (die üblichen Verwandtenbesuche und Urlaub).
     
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    Hey
    hier gibt es passendes Zubehör.
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  16. #14 powernv200, 29. März 2016
    powernv200

    powernv200 Neues Mitglied

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    Hallo bin neu hier aber habe seit September 2015 einen NV200. Da ich vom Fach bin und meine Frau unseren NV200 nur für 5Km zur Arbeit braucht, hab ich ihm eine Standheizung mit Vorwärmung gegönnt. Daher geht die Kaltwasserleuchte beim Start erst gar nicht an. Diese werde ich auch für jede Kurzstrecke nutzen. Vorteil: Kühlwasser vorgewärmt = weniger Kraftstoffverbrauch
    im Verhältnis zum Kaltstart. Ruhiger Motorlauf. Weniger Verschleiß der Motorteile . Innenraum vorgewärmt. Scheiben im Winter Eisfrei. Alles in allem eine Anschaffung die sich nach meiner Meinung nach echt lohnt.
     
  17. #15 Graue Eminenz, 29. März 2016
    Graue Eminenz

    Graue Eminenz Mitglied

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    Moin.
    Knapp 40000 auf der Uhr.
    Täglich,wenn Zwerge mal nicht krank, seit einem Jahr 5 Kilometer 4 mal täglich KitaStrecke durch die Stadt. Gut,auf den jeweiligen Rückwegen ist der Motor warm.
    Am Wochenende oder einmal monatlich etwa längere AutobahnStrecke,dann auch mal etwas zügiger zwischendurch. Bis dato nie Probleme.
     
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