Handwerkskunst - eine Frage des Alters ?

Dieses Thema im Forum "Heimwerker - Haus & Garten" wurde erstellt von Anonymous, 5. Oktober 2010.

  1. Anonymous

    Anonymous Guest

    Moin,

    wir hatten einen Schaden an unserer Couchgarnitur, die nicht gerade billig war. Die Kids haben beim Kabbeln die Rückenlehne/-Polsterung beschädigt, der Stoff hing danach mehr oder weniger unmotiviert in der Gegend rum.

    Möbelhaus: "Wir haben keine eigenen Polsterer, wir arbeiten mit einem Externen." Angerufen, Termin gemacht. Der Externe meinte, dass eine Reparatur nicht möglich wäre und ließ eine Rechnung für die Anfahrt von 35 Euro da.

    Regionale Polsterei I : Schneller Termin, gleiche Antwort wie bei Externem. Kostenlos.

    Regionale Polsterei II: Ein alter Mann, locker über 70 und sein Sohn begutachten den Schaden. Junior: "Da lässt sich nichts machen." Senior: " Wir nehmen sie mal mit, mal gucken. Wenn Sie einverstanden sind." Nach 3 Stunden ein Anruf, die Couch wäre fertig und sie würden sie noch vorbei bringen. Rechnung über ca. 150 Euro mit Material. Es war lediglich die Fixierung der Polterung gerissen, diese besteht aus Spann-/Fixiergurten.

    Ein Anruf beim Externen und die Rechnung mit der Anfahrt war vom Tisch, wenigstens soweit kulant, wenn man schon fachlich.......

    Warum kann der "alte Mann" sowas richten, die Jungen allerdings nicht ? Lernt man sowas heute nicht mehr ? Keinen Bock ?
    Das ist nicht das erste Mal, dass ältere Handwerker Dinge vollbringen, die Jungspunde von vorne herein für unmöglich halten. Ist das nur die Berufserfahrung bzw. die mangelnde Berufserfahrung ? Demnächst frage ich bei sowas vorher nach dem Alter des Handwerkers. :lol:
     
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  3. rgruener

    rgruener Mitglied

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    naja der krempel wird immer billiger und lumpiger und oft lässt es sich tatsächlich nicht reparieren.
    manche haben keine lust, weil da finanziell nicht viel hängen bleibt und wieder andere können es nicht. viele handwerker können nur noch tauschen. ist doch bei autos das gleiche.
     
  4. #3 Big-Friedrich, 6. Oktober 2010
    Big-Friedrich

    Big-Friedrich Moderator
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    Vielleicht "lohnen" sich solche Arbeiten für die "jungen Leute" nicht.
    150 Euro fürs Abholen, begutachten, reparieren und wieder anliefern.
    Darauf haben sie vielleicht keinen "Bock" und wollen lieben andere Aufträge annehmen, die mehr Geld bei weniger Arbeit bringen.
     
  5. #4 simpsomania, 6. Oktober 2010
    simpsomania

    simpsomania Mitglied

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    ich denke mal der "alte handwerksgedanke" stirbt aus, wenn alle "alten" nicht mehr da sind oder können.

    ich denke auch das die jungen handwerker ganz anders ausgebildet werden, was den umgang mit kunden betrifft. da geht es viel mehr um die schnelle abwicklung und entsprechend zu sondieren was geld bringt und was nicht.

    dies trägt aber meiner meinung nach nicht zur kundenbindung bei. ich habs bei anderen dienstleistern auch gesehen.

    nur noch schnell schnell unn ferdisch.


    ralf
     
  6. Anonymous

    Anonymous Guest

    Aufgrund meiner positiven Erfahrung mit dem Polsterer hat der jetzt aus meinem Kollegenkreis innerhalb einer Woche schon zwei Kunden dazu bekommen ! Das nenne ich Kundenbindung bzw. Kundenwerbung. Da geben viele Firmen einen Haufen Geld für Werbung aus, dabei ist toller Service und gute Arbeit noch immer die beste und auch oft die billigste Werbung. Aber das haben viele Firmen bisher nicht kapiert. Mir ist eine persönliche Empfehlung eines Bekannten mehr Wert als ein Hochglanzprospekt oder ein Werbespot !
     
  7. Knuffy

    Knuffy Mitglied

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    Moin,

    Tja Michel der Alte Hase wies eben noch wie man es richtig macht. Die Jungen wollen nur noch mit möglichst wenig Aufwand möglichst Viel Geld verdienen und wundern sich dann auch noch, wenn sie nach kurzer Zeit Insolvenz anmelden müssen weil sie damit in der heutigen Zeit nicht weit kommen. Das Fängt ja schon damit an, das die Jungen teure Zeitungsanzeigen in edeler Optik aufgeben und dadurch wenn sie Glück haben einen Kunden gewinnen. Der alte Hase macht den verzweifelten Kunden glücklich, bekommt dadurch noch 2-3 Kunden dazu und ist der Wahre Gewinner. Denn Mundpropaganda ist immer noch die efektivste Werbung und die billigste, weil kostet ja nix. Ich setze auch darauf und der Erfolg dauert etwas, aber ist der Anfang gemacht kommt der Schneeball langsam ins rollen und Irgendwann kommt der Moment das Du aufpassen musst, das Du nicht überrollt wirst :mrgreen: und dann laufen lassen :jaja:

    Gruß Martin
     
  8. th.s

    th.s Mitglied

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    Viele jüngere Leute können es nicht mehr. Sie lernen alte Handwerkstechniken einfach nicht mehr. Oder sie hatten das mal kurz theoretisch in der Berufsschule, aber nie praktisch ausgeübt.
    Womit arbeitet ein Posterer heute? Ich tippe mal auf Kaltschaum. Mit Federn, Gurten, Rosshaarpolstern hatte der wahrscheinlich nie etwas zu tun.
    Wenn jemand clever ist, findet er eine Marktlücke. Selber beibringen oder einen suchen, ders noch kann und lernen heißt die Devise.
    Ich seh es bei meinem Brötchengeber. Die jungen Zerspanungsmechaniker können alle supertoll CNC Programmieren. Das lernen sie und kriegen es beigebracht weil es im Rahmenstoffplan steht. Aber die dann als Jungfacharbeiter an eine Zug- und Leitspindel Drehbank oder eine alte Deckel stellen und eine Skizze in die Hand drücken mit "Mach mal" - das geht nicht.

    Gruß

    Thomas
     
  9. #8 Fischotter, 8. Oktober 2010
    Fischotter

    Fischotter Mitglied

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    halloo,

    also bei mir war es ende der 70er die Lehre im Kraftwerk, als Elektriker, anfing, dorfte ich 16 Wochen inder Lehrwerkstatt: Feilen, sägen, Drehnank und elektrohobel. Am ende der Metall-Zeit hatte ich als Ergebnis einen Halter für die Schieblehre gebaut. Ich hab mich damals getfragt, was ich bei nden Metallern sollte, aber heute denke es war mich nicht ohne Sinn. Heute bin ich Froh, das ich weiß wie iene Drehbank, per Hand, bedient wird.

    Hat einer schon mal einen Metallkugel, maßgenau, per Hand gedreht?

    alles was ich gelernt und gemacht habe, kann und nutze ich. Und als ich noch arbeiten durfte, habe ich auch bemüht mich weiter zu bilden.

    heute fällt es mir schwer so was zu machen und kann es nur jeden emofehlen das zu machen wenn es angeboten wird. es ist betimmt nicht Nutzlos.

    Ciao

    Peter
     
  10. th.s

    th.s Mitglied

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    Ich musste wochenlang Feilen - Feilen - Feilen mit Blasen an den Pfoten.
    Was haben wir uns mit dem berühmten Würfel geplagt. Der Ausbilder hat das Haarlineal drangehalten. Sein Kommentar: Da seh ich die nächste Halle durch. Noch mal. Oh war das ein Frust. Aber ich kann immer noch ganz gut Feilen nach fast 40 Jahren. Und meine kleine Drehe im Hobbykeller kommt im Winter wieder stark zum Einsatz.
    Morgen fahr ich auf die Veterama. Einige Karosseriebauer zeigen da in den Hallen, was alles aus einem Stück Blech werden kann. Da lebt altes Handwerk noch.

    Gruß

    Thomas
     
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  12. Fischotter

    Fischotter Mitglied

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    und hast Du auch einen Rundeisen winklig feilen müssen?

    ciao
    Peter
     
  13. th.s

    th.s Mitglied

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    Andersrum. Aus einem Vierkant ein Rundeisen, das mit Größt- und Kleinstmaß gemessen wurde.

    Ach ja, die Veterma war interessant wie immer. Bei dem tollen Wetter knallvoll. Ich hab einiges an Kleinkram gekauft und einen Metzeler Block K Gespannreifen. Insgesamt wieder mehr Geld ausgegeben als geplant.

    Gruß

    Thomas
     
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