230V ins Fahrzeug leiten, wie richtig?

Dieses Thema im Forum "Camping/Umbauten und Tuning" wurde erstellt von zooom, 3. März 2016.

  1. zooom

    zooom Mitglied

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    Damit die Diskussionen in den verschiedenen Foren mal ein Ende haben, hab ich bei der VDE nachgefragt, wie das ist mit der Stromeinleitung ins Fahrzeug.
    Damit sollte zumindest für Profis klar sein, wie die Vorschriften aussehen. Es sind keine DEFA Stecker zulässig, auch keine verbundenen Kabel als Zuführungsleitungen.
    Damit kann Jeder, der es anders macht, sich schon mal zurechtlegen, was er im Zweifelsfalle der Versicherung oder dem Gutachter erzählt, wenn es zu einem Stromunfall gekommen ist:

    Hier die Antwort der Normierungsstelle des VDE, zufällig von einen Selbst-Wohnmobilisten (seit 35 Jahren):

    Das Thema Stromversorgung von Campingplätzen und Campingfahrzeugen wird in der VDE 0100 Teil 721 als auch die VDE 0100 Teil 708 beschrieben. Dabei gilt, dass alle neuen Campingfahrzeuge einen FI haben müssen - alte Fahrzeuge unterliegen dem Bestandsschutz - da ein FI Schutz auf der Campingplatzseite nicht immer vorhanden ist.

    Die Einspeisung ist in der Regel 1-phasig. Der Fahrzeug-FI ist ebenfalls nur für 1-phasigen Betrieb ausgelegt. Daraus ergibt sich, dass die Einspeisung phasenrichtig erfolgen muss, damit der FI richtig funktioniert. Dies ist mit Schuko-Stecksystemen nicht sicher gestellt. Aus diesem Grund sind bzw. werden nach und nach alle Campingplätze in Europa mit dem blauen 1-phasigen CEE-Stecksystem ausgestattet, mit dem eine phasenrichtige Verbindung gewährleitet ist - voraus gesetzt, dass dies nach den vorgenannten Normen auch im Fahrzeug umgesetzt worden ist.

    Nach DIN 57100/VDE 0100 Teil 721 soll die Zuleitung (Anschlusskabel) Typ H07RN-F 3G2,5 sein. Die Länge der Leitung sollte 20 - 25 m lang sein, eine kürzere Variante ist aber nach meinem Wissenstand grundsätzlich möglich solange die Querschnitte eingehalten werden. Viel mehr ist das Thema Verlängerungen zu betrachten. Eine CEE Stecker/Kupplungs-Verbindung die im Gras liegt, ist bei Regen immer sehr problematisch. Aus diesem Grunde sollen/dürfen Verlängerungen nicht eingesetzt werden, auch wenn im Zubehör sogenannte Schutzgehäuse für die Steckverbindung angeboten werden.

    Zum Thema Stecksystem gilt folgende Regel. Im Fahrzeug ist ein 1-phasiger CEE Stecker fest ein- bzw. angebaut - entweder als Außenstecker mit Schutzkappe oder im inneren als normaler blauer CEE 1-phasiger Wand-Stecker. Die Zuleitung hat auf der zum Fahrzeug gerichteten Seite eine blaue 1-phasige CEE Steckdose mit Schutzkappe die nach dem Einstecken in den Fahrzeuganschluss einklinkt und ein ungewolltes ziehen der Steckdose verhindert. Auf der Infrastrukturseite besteht der Anschluss aus einem 1-phasigen blauen CEE Stecker der in der Anschlusssäule o.ä. in eine eingebaute Kupplung mit Schutzkappe eingesteckt wird. Auch diese Verbindung wird durch einklinken der Schutzkappe im äußeren Bereich des Stecker gegen ungewolltes ziehen geschützt.

    Die Aussage PE 4mm² im Fahrzeug "auf kürzestem Weg an das Fahrzeugchassis / Fahrzeugmasse entspricht meinem Kenntnisstand und sollte in den Normen VDE 0100 Teil 721 als auch die VDE 0100 Teil 708 beschrieben sein.
     
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  3. #2 helmut_taunus, 4. März 2016
    helmut_taunus

    helmut_taunus Mitglied

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  4. TFL

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    Danke. zooom. Das Thema kann man nicht oft genug beleuchten. Gerade jetzt wo die Ausbauzeit wieder von Vorfreude getrieben startet.

    Kann mir als Stromlaie jemand kurz erklären, warum das Zuleitungskabel eine Mindestlänge benötigt, von der man nur bei bestimmten Parametern abweichen soll?
     
  5. Evie

    Evie Mitglied

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    Zum 230 Volt Außenstromanschluß mit FI ins Fahrzeugeinbauen habe ich ja nach der Norm ja wohl alles fast richtig gemacht.
    Fast deswegen: Weil ich einen 1 Poligen FI verwendet habe der nur die Spannungsführende Leitung absichert, was ja eigentlich auch so richtig ist. Wäre aber an der CEE Dose am Platz die Leitung bei der Montage versentlich vertauscht worden
    ODER
    was ja eigntlich nicht zulässig ist aber immer mal wieder vorkommt weil nichts anderes zur verfügung steht das man von einer 230 Volt Schuko Steckdose über ein Adapterkabel auf den CEE Stecker rüberadaptiert.
    Wäre in diesen Fällen ein 2 Poliger FI wesentlich besser angebracht.

    Bei einem 1 Poligen müsste man bei einem umadaptierten 230 Volt Schuko Steckeranschluss mit so einem einfachen billigen Spannungsprüfer nachschauen, ob die Spannung auf der L-Klemme liegt und nicht auf N.
    (hier nochmal ein Danke an Tom-HU :top: )
    _______________________________________________________________________________________________________
    Gruß Christian

    Meine Touren :rund:
    Mein Projekt: NV200 BIG BOX – MULTIBOX
     
  6. #5 helmut_taunus, 4. März 2016
    Zuletzt bearbeitet: 8. November 2016
    helmut_taunus

    helmut_taunus Mitglied

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    Hallo,
    Mindestlaenge ist technisch fuer eine kurze Verbindung nicht noetig. Doch wenn Du am naechsten Campingplatz eine laengere Kabellaenge brauchst, nimmst Du ein zweites laengeres Kabel, das Du zusaetzlich mitfuehrst? Manch einer greift zu einer Verlaengerung, was vermieden werden soll wegen nass und Gras an der Verbindung. Also ein Kabel und dieses lang, und nicht ein kurzes Kabel zusaetzlich.
    Gruss Helmut
     
  7. TFL

    TFL Mitglied

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    Ok, das ergibt Sinn. Danke.
    Denn mein Gehirn hat sich schon gewunden, ob irgendwie eine gewisse Kabellänge für eine gewisse Mindestlaufzeit des Strom von der Anschlussstelle bis zu Sicherung oder Schutzleiter erforderlich ist, um diesen rechtzeitig auszulösen. Aber es kam nicht auf eine sinnige Herleitung.
     
  8. Evie

    Evie Mitglied

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  9. Philipps

    Philipps Mitglied

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    Eine Frage bzgl. dem Kabel das von der CEE Steckdose am Fahrzeug zum Sicherungsautomaten geht:
    -Muss dieses auch 2,5 mm2 Querschnitt sein oder sind hier die 1,5 mm2 zulässig?
    -wie lang darf die Leitung zw. CEE Steckdose und Sicherungsautomaten maximal sein?

    Grüße Philipp
     
  10. #9 helmut_taunus, 16. März 2016
    helmut_taunus

    helmut_taunus Mitglied

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    Hallo,
    1,5 oder 2,5 mm2 haengt von der Laenge ab, lang dann dick. siehe 3.4
    Generell ist dickeres Kabel sicherer. Sicherer im Sinne, bei Ueberlast wird es weniger warm in der Zeit bis dann die Sicherung abschaltet.
    .
    Reimo der Ausbau Spezialist schreibt dazu
    https://www.reimo.com/de/fahrzeugbau/au ... v230v.html
    Zitat
    3.1 Keine massiven Leitungen
    Es dürfen im Wohnmobil/Caravan keine massiven Leitungen verlegt werden, da die Erschütterungen zu Kabelbruch führen.

    3.2 Vorgeschriebene Kabel
    Vorgeschrieben ist eine Gummileitung 3 x 1,5 mm2 H07RNF in Verbindung mit einem zweipoligen Sicherungsautomaten von 10 A. Mittlerweile hat sich alternativ die Kunststoffschlauchleitung 3 x 1,5 mm2 H05WF (siehe Art.-Nr. 82060) durchgesetzt. Wählen Sie einen Kabelquerschnitt von 3 x 2,5 mm2, so ist keine Absicherung in ihrem Fahrzeug zusätzlich vorgeschrieben. Wir empfehlen es ihnen jedoch auch in diesem Fall, da nicht alle Campingplätze vorschriftsmäßig abgesichert sind.
    2-adrige Leitungen sind verboten.

    3.3 Sicherungsautomat
    Der vorgeschriebene Sicherungsautomat muss gleichzeitig (mechanisch gekoppelt) die Phase und Null im Fehlerfall unterbrechen um Schäden zu verhindern. Die preiswerten Einzelsicherungsautomaten aus dem Baumarkt sind nicht zulässig. Wir empfehlen ihnen unsere Sicherungsautomaten mit Differenzstromerkennung, da sie bei einem Fehlerstrom von nur 10 mA die Stromzufuhr unterbrechen, das heißt sie reagieren, bevor Menschen zu Schaden kommen können.

    3.4 Kabellänge
    Die Kabellänge von Eingangssteckdose zu Sicherungsautomat sollte unter 2 m sein, denn sonst müssen Sie diese Strecke mit einer Leitung 3 x 2,5 mm2 überbrücken. Von der CEE-Eingangssteckdose muss ein 4 mm2 Kabel grün/gelb auf direktem Weg zur Karosserie verlegt werden. Auf gute Verbindung achten! Bei Kabinen sollten Sie auch ihren Aufbau mit einem solchen Kabel mit der Karosserie verbinden. Zitat Ende
     
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  12. Urlaubär

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    Besten Dank Zooom, sehr wichtiger Beitrag aus meiner Sicht. Ich würde diesen Beitrag mit festpinnen, da es viele Unwissende gibt, die Strom mit Kabeltrommel einfach ins Auto leiten. Strom ist auch von der Trommel gerade im Süden gefährlich. Ich hab selten die Richtige Absicherung geschweige denn Leitungsführung auf kleinen Campingplätzen gesehen. Eigener FI hilft da dann Leben retten.
     
  13. zooom

    zooom Mitglied

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    Das ist mal wieder eine der typischen Reimo Informationen, hart an der Wahrheit aber eben nicht korrekt. Es ist gar nicht möglich von der CEE Eingangsdose mit 4mm2 an die Karosserie zu gehen, der Schutzleiterpin ist vom 3x2,5mm2 Kabel belegt, da paßt keine 4mm2 Leitung mehr rein. Also auf kürzestem Weg mit 2,5mm2 an den FI und den Potentialabgleich (im Auto ist Schutzleiter gleich Fahrzeugmasse), und von dort mit min. 4mm2 an die Karosserie auf kürzestem Wege.
    Über 1,5m Kabellänge vom CEE zum FI sind 2,5mm2 vorgeschrieben, nicht erst ab 2m.
     
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